Strategische Ländermission nach Libyen fördert die Gesundheit von Migranten und Binnenvertriebenen

Vom 4. bis 7. Mai 2018 fand eine hochrangige WHO-Mission nach Libyen statt, um die gesundheitliche Situation von Migranten im Land zu überprüfen, die unmittelbaren gesundheitlichen Bedürfnisse der Bevölkerung zu identifizieren und das beste Vorgehen in dieser Hinsicht zu diskutieren. Die Mission wurde geleitet von Dr. Ranieri Guerra, dem Beigeordneten Generaldirektor der WHO für besondere Initiativen, der von Dr. Jaffar Hussain, dem Repräsentanten der WHO und Missionsleiter in Libyen, Dr. Santino Severoni, dem Koordinator für Gesundheit und Migration im WHO-Regionalbüro für Europa, und Dr. Ali Ardalan, dem Notfallkoordinator der WHO in Libyen, begleitet wurde. Die hochrangige Mission war ein gemeinsames Unternehmen des WHO-Hauptbüros, des WHO-Regionalbüros für Europa und des WHO-Regionalbüros für den östlichen Mittelmeerraum und erfolgte im Einklang mit dem Ansatz zur regionsübergreifenden Zusammenarbeit der WHO.

Ziel der Mission war die aktive Förderung eines Ansatzes zur Hervorhebung der Bedeutung einer allgemeinen Gesundheitsversorgung und die Gewährleistung, dass Migranten und Binnenvertriebene nicht auf der Strecke bleiben. Darüber hinaus bot sie der WHO Gelegenheit, grenz- und länderübergreifende Operationen und Kollaborationen zwischen Länderbüros in Ländern einzurichten und zu stärken, die eine gemeinsame Grenze haben oder von den Migranten-, Flüchtlings- und Binnenvertriebenenströmen in der Region betroffen sind.

Mit Stand Februar 2018 verzeichnete Libyen nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) mehr als 700 000 internationale Migranten, wobei einige Quellen sogar von bis zu 1 Mio. Migranten sprechen. Sie machen in Libyen ungefähr 12% der Gesamtbevölkerung aus. Human Rights Watch berichtet, dass die meisten der mehr als 200 000 Migranten und Asylsuchenden, die Europa im Jahr 2017 auf dem Seeweg erreichten, Boote in Libyen bestiegen hatten. Migranten, die versuchen, auf diesem Weg nach Europa zu gelangen, werden manchmal von der Küstenwache abgefangen und festgenommen. Mit Stand 23. Februar 2018 waren mehr als 2500 Flüchtlinge und Migranten in Libyen an Land gebracht worden, nachdem sie auf See von der nationalen Küstenwache abgefangen worden waren.