Weltweites Bekenntnis zur Inangriffnahme der sozialen Determinanten von Gesundheit

Am letzten Tag der Weltkonferenz der WHO über soziale Determinanten von Gesundheit, die vom 19. bis 21. Oktober 2011 in Rio de Janeiro stattfand, wurde die Politische Erklärung von Rio über die sozialen Determinanten von Gesundheit fertig gestellt.

An der Konferenz, deren Ziel darin bestand, Unterstützung zur Bewältigung der sozialen Determinanten von Gesundheit zu mobilisieren, nahmen rund 1200 Delegierte teil, darunter über 60 Gesundheitsminister sowie Vertreter von Partnerorganisationen der Vereinten Nationen wie auch der Zivilgesellschaft. In ihrer Eröffnungsrede erkannte WHO-Generaldirektorin Margaret Chan die Rolle der Zivilgesellschaft beim Eintreten für mehr Gesundheit und einen Abbau gesundheitlicher Ungleichheiten an und erklärte, gesundheitliche Benachteiligungen gebe es dort, wo die falschen Handlungskonzepte verfolgt würden.

Minister aus der Europäischen Region im Rampenlicht

Die Gesundheitsminister aus den Ländern der Europäischen Region waren während der gesamten Dauer der Konferenz anwesend. Der griechische Minister für Gesundheit und soziale Solidarität, Andreas Loverdos, erläuterte, wie er vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise mit gesundheitspolitischen Fragen von nationaler Bedeutung umgehe.

Bei der Schilderung der Situation in seinem Land hob der slowenische Gesundheitsminister Dorjan Marušič die entscheidende Bedeutung der Unterstützung durch das Regionalbüro und den Beitrag des Südosteuropäischen Gesundheitsnetzwerks zur Durchführung länderübergreifender Maßnahmen bei der Inangriffnahme der sozialen Determinanten von Gesundheit hervor.

Die norwegische Ministerin für Gesundheit und Soziales, Anne-Grete Strøm-Erichsen, erläuterte das neue Gesetz ihres Landes auf dem Gebiet der öffentlichen Gesundheit, dessen zentrales Anliegen die Bekämpfung gesundheitlicher Benachteiligungen ist.

Politische Erklärung von Rio

Die Erklärung ist Ausdruck eines globalen politischen Engagements zur Umsetzung eines Konzeptes, das an den sozialen Determinanten von Gesundheit ansetzt, um bestehende Defizite hinsichtlich der gesundheitlichen Chancengleichheit abzubauen und andere globale Prioritäten zu erreichen. Sie wird dazu beitragen, innerhalb der Mitgliedstaaten der WHO eine Dynamik bei der Entwicklung zielgerichteter nationaler Strategien und Aktionspläne aufzubauen.

Die Erklärung steht im Einklang mit der Ausarbeitung einer neuen europäischen Politik für mehr Gesundheit und Wohlbefinden unter der Bezeichnung „Gesundheit 2020“ und unterstützt diesen Prozess, indem sie die entscheidende Bedeutung der sozialen Determinanten von Gesundheit anerkennt, aber auch die Notwendigkeit:

  • Defizite in der gesundheitlichen Chancengleichheit abzubauen;
  • Politikgestaltung und Steuerung zugunsten von mehr Gesundheit und Entwicklung zu stärken;
  • die Gesundheitssysteme zu stärken, um die Bereitstellung einer ausgewogenen allgemeinen Gesundheitsversorgung zu fördern;
  • die Kapazitäten im Bereich der öffentlichen Gesundheit zu erhalten bzw. zu erweitern, einschließlich der Kapazitäten für sektorübergreifende Maßnahmen zur Thematisierung der sozialen Determinanten; und
  • durch Berücksichtigung von Gesundheitsaspekten in allen Politikbereichen auf mehr Chancengleichheit hinzuarbeiten.