Weltkonferenz über soziale Determinanten von Gesundheit eröffnet

Mit einer globalen Konferenz vom 19. bis 21. Oktober 2011 in Rio de Janeiro möchte die WHO Unterstützung für ein entschlossenes Ansetzen an den sozialen Determinanten von Gesundheit gewinnen. Auf der Konferenz werden Mitgliedstaaten und Minister, Partnerorganisationen der Vereinten Nationen sowie nichtstaatliche Organisationen gemeinsam über Erkenntnisse aus jenen Ländern diskutieren, die bei der Bewältigung dieser Determinanten und beim Abbau gesundheitlicher Ungleichheiten Fortschritte verzeichnen.

Ein konkreter Handlungsbedarf ist in folgenden fünf Bereichen gegeben:

  • Steuerung im Sinne eines Ansetzens an den Wurzeln gesundheitlicher Ungleichheiten: durch Thematisierung der sozialen Determinanten von Gesundheit;
  • Förderung von Partizipation: Mitglieder der Gesellschaft übernehmen Führungsrolle beim Handeln;
  • Rolle des Gesundheitssektors, einschließlich der öffentlichen Gesundheitsprogramme, beim Abbau gesundheitlicher Ungleichheiten;
  • globales Handeln in Bezug auf die sozialen Determinanten: Abstimmung von Prioritäten und Akteuren; und
  • Überwachung von Fortschritten: Messung und Analyse mit dem Ziel der Heranziehung für Handlungskonzepte und der Förderung einer Rechenschaftspflicht in Bezug auf die sozialen Determinanten.

Die Mitgliedstaaten aus der Europäischen Region sind auf der Konferenz stark vertreten; so stehen Beiträge aus Finnland, Griechenland, Norwegen, Slowenien, Spanien, der Russischen Föderation, Ungarn und dem Vereinigten Königreich auf der Tagesordnung.

Es gibt erhebliche Ungleichheiten im Gesundheitsbereich, sowohl innerhalb von als auch zwischen Mitgliedstaaten in der Europäischen Region. So betragen etwa die Unterschiede zwischen den Ländern in Bezug auf die durchschnittliche Lebenserwartung 20 Jahre für Männer und 12 Jahre für Frauen. Das WHO-Regionalbüro für Europa hat eine  Untersuchung der sozialen Determinanten von Gesundheit und des Gesundheitsgefälles in der Europäischen Region in Auftrag gegeben, die von Prof. Sir Michael Marmot vom University College London koordiniert wird. Die Ergebnisse dieser Untersuchung werden auch in „Gesundheit 2020“, die neue europäische Politik für Gesundheit und Wohlbefinden, einfließen. Das WHO-Regionalbüro für Europa hat der 61. Tagung des WHO-Regionalkomitees für Europa im September 2011 einen zweiten Zwischenbericht über die sozialen Determinanten von Gesundheit und das Gesundheitsgefälle vorgelegt, und die bisherige Arbeit wird in die Weltkonferenz einfließen. Der abschließende Bericht mit den Empfehlungen der Europäischen Region soll 2012 fertig gestellt werden.