Vulnerabilität und Gesundheit: WHO eröffnet in Ungarn neues Kooperationszentrum

WHO

From left: Zsofia Pusztai and Zsuzsanna Jakab, WHO/Europe; Róza Ádány, University of Debrecen; and Piroska Ostlin, WHO/Europe, with the designation letter for the WHO Collaborating Centre on Vulnerability and Health

Die Abteilung für Präventivmedizin an der Fakultät für öffentliche Gesundheit der Universität Debrezin (Ungarn) ist seit kurzem WHO-Kooperationszentrum für den Bereich Vulnerabilität und Gesundheit.

Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt für an den Rand der Gesellschaft gedrückte Romagruppen erheblich unter dem Wert für die gesamte Region. Das Kooperationszentrum soll Bewusstsein schaffen, den politischen Willen zur Abhilfe stärken und Maßnahmen gegen nachteilige gesellschaftliche Bedingungen (hierunter Armut und gesellschaftliche Ausgrenzung) fördern,  die manche Gruppen (hierunter Roma und andere ethnische Minderheiten) für Erkrankungen erst empfänglich machen.  Diese Arbeit ist auch zentral für das derzeit entstehende Rahmenkonzept für die Europäische Region „Gesundheit 2020“.

Zur Eröffnung des Zentrums erklärte die WHO-Regionaldirektorin für Europa Zsuzsanna Jakab: „Mit dieser Kooperation würdigt die WHO die wissenschaftlich herausragende, lange währende Arbeit der Abteilung zur Thematik Vulnerabilität und Gesundheit, insbesondere in Bezug auf Roma, die auch in einer Reihe von Forschungsprojekten und in breiter internationaler Zusammenarbeit ihren Ausdruck fand.“ 

In der Arbeit mit dem Kooperationszentrum will die WHO folgende Schwerpunkte setzen:

  • Schaffung ausgewogener und vergleichbarer Forschung zur Gesundheit der Roma,
  • Sammlung von Erkenntnissen und Verbreitung von Informationen über vulnerable Gruppen, 
  • Erstellung von Materialien und Durchführung von Veranstaltungen für politische Entscheidungsträger zum Aufbau von Kapazitäten, hierunter Forschungsmethoden und Forschungswissen zur Gesundheit der Roma und unter anderem zum Einfluss der Wohnungspolitik.

Prof. Róza Ádány von der Universität Debrezin wird das Zentrum leiten. Die Kooperationsvereinbarung ist auf vier Jahre befristet, kann aber verlängert werden.

Die Universität Debrezin stellt das zweite Kooperationszentrum der WHO in Ungarn.  Das erste ist seit 1982 das nationale pharmazeutische Institut in Budapest, das im Themenbereich Arzneimittelinformationen und Qualitätskontrolle mit der WHO zusammenarbeitet.