WHO eröffnet neues Kooperationszentrum zur Thematik soziale Inklusion und Gesundheit

Die WHO hat das interuniversitäre Institut für soziale Entwicklung und Frieden der spanischen Universität Alicante (Instituto Interuniversitario de Desarrollo Social y Paz, Universidad de Alicante), zu einem Kooperationszentrum für die Thematik soziale Inklusion und Gesundheit ernannt. Dr. Daniel La Parra von der Universität wird das Zentrum leiten.

„Hiermit würdigt die WHO die herausragenden Beiträge des Instituts zum Bereich der sozialen Entwicklung  – verstanden als Abbau von Armut, sozialer Exklusion, Gewalt (u. a. gegen Frauen) und sozialer Benachteiligung – durch die Formulierung von Konzepten sozialer Inklusion“, erläuterte Dr. Piroska Östlin, Leiterin des Programms Vulnerabilität und Gesundheit am Regionalbüro.

In der Arbeit mit dem Kooperationszentrum will die WHO folgende Schwerpunkte setzen:

  • Dokumentation vielversprechender Praktiken und Produktion normativer Orientierungshilfen/Instrumente zur Verbesserung der öffentlichen Gesundheit gerade für von Armut und sozialer Ausgrenzung betroffene Gruppen, insbesondere Roma und Migranten, unter angemessener Berücksichtigung der Gleichstellung der Geschlechter,
  • Informationsaustausch und Bewusstseinsbildung unter den Akteuren mit Hilfe von Online-Verfahren, damit die Gesundheit sozial ausgegrenzter Gruppen verbessert wird,
  • Beteiligung am Kapazitätsaufbau für Gesundheitspolitiker, Programmleiter und andere Akteure durch Ansätze zur Verbesserung der öffentlichen Gesundheit in Gruppen, die soziale Exklusion und Armut durchmachen.

Der Arbeitsplan des Kooperationszentrums umfasst:

  • Entwicklung von Argumentationshilfen und Schulungsmaterialien für die Neuausrichtung von Gesundheitsprogrammen im Sinne von Chancengleichheit, von Instrumenten zur Sicherung einer Beteiligung sozial ausgeschlossener Gruppen an Politik- und Programmgestaltung sowie deren Umsetzung sowie von Online-Hilfen und einem Grundsatzpapier zu geschlechtlicher Gewalt,
  • Schaffung eines Lehrnetzwerks zum Thema soziale Exklusion und Gesundheit.

Dies ist das zweite Zentrum, das 2012 zur Unterstützung der Arbeit der WHO im Themenbereich Vulnerabilität und Gesundheit eingerichtet wurde. Das erste Zentrum war im Februar die Abteilung für Präventivmedizin an der Fakultät für öffentliche Gesundheit der Universität Debrezin (Ungarn).  

In Zusammenarbeit mit dem neuen WHO-Kooperationszentrum in Spanien und mit der Generaldirektion Gesundheit und Verbraucher der Europäischen Kommission veröffentlicht das Regionalbüro vierteljährlich einen Nachrichtenbrief zur Gesundheitslage der Roma.