Netzwerk „Regionen für Gesundheit“ tritt in neue Phase ein

Karin Grönberg

Vertreter des Netzwerks „Regionen für Gesundheit“ diskutieren über „ Gesundheit 2020“, Maßnahmen zur Förderung der gesundheitlichen Chancengleichheit und die Gewinnung von Sachkompetenz. Foto: Karin Grönberg

Das von der WHO unterstützte Netzwerk „Regionen für Gesundheit“ dient subnationalen Regionen aus der gesamten Europäischen Region der WHO als Forum für einen fruchtbaren Wissens- und Erfahrungsaustausch, aber auch zur Erschließung von Synergieeffekten für die Gesundheitsförderung und den Abbau von Ungleichgewichten. Nach 20-jähriger Tätigkeit tritt das Netzwerk „Regionen für Gesundheit“ nun in eine neue Phase ein, deren Hauptziel darin besteht, neue Erkenntnisse für die Umsetzung von „Gesundheit 2020“, dem Europäischen Rahmenkonzept für Gesundheit und Wohlbefinden, zu gewinnen.

Auf einer Tagung am 6. November 2012 in Göteborg (Schweden) diskutierten etwa 400 Vertreter der Regionen über die Frage, wie die strategischen Ziele von „Gesundheit 2020“ – mehr Chancengleichheit und eine bessere Politiksteuerung für die Gesundheit – in den Arbeitsplan des Netzwerks für die nächsten fünf Jahre einbezogen werden können. Die Zielvorstellung des Arbeitsplans ist in dem von den Mitgliedern des Netzwerks beschlossenen Manifest von Göteborg festgehalten.

In einer Video-Botschaft an die Tagung erläuterte Zsuzsanna Jakab, WHO-Regionaldirektorin für Europa, die Bedeutung des Netzwerks: „Gestärkt durch seine Erfolge, ist das Netzwerk nun gerüstet für neue Herausforderungen und für ein ehrgeiziges Arbeitsprogramm, das auf einen Ausbau der Sachkompetenz, einen Erfahrungsaustausch in Bezug auf wirksame Maßnahmen zur Gesundheitsförderung und zum Abbau gesundheitlicher Ungleichgewichte, den Aufbau strategischer Bündnisse im Bereich der Leistungserbringung sowie die Propagierung und Umsetzung geeigneter Maßnahmen zur Verbesserung der Gesundheit der Menschen in der Europäischen Region abzielt.“

Regionen in Europa

Die Regionen in Europa – ob sie nun „Autonomías“, „Kantone“, „Länder“ oder „Regioni“ heißen – bilden die erste Ebene der politischen Entscheidungsfindung unterhalb der nationalen Ebene und haben deshalb bedeutende politische und administrative Aufgaben in für die Gesundheit wesentlichen Politikbereichen wie Umwelt, Wohnen, Ernährung, Gesundheitsversorgung, Verkehr und Bildung. Sie nehmen eine einzigartige Position ein, indem sie nationale Konzepte auf der lokalen Ebene in Leistungen umsetzen. Dies ermöglicht es ihnen auch, ein breites Spektrum von Partnern aus Privatwirtschaft und Zivilgesellschaft, Bürgerinitiativen und dem gemeinnützigen Sektor einzubinden, die ein Interesse an Gesundheitsfragen haben.

Darüber hinaus hat der Zuwachs an grenzüberschreitender Mobilität die Notwendigkeit einer engeren Zusammenarbeit zwischen den subnationalen Regionen erhöht. In Europa leben Millionen von Menschen in einer Entfernung von unter 80 km zu ihrer Landesgrenze. Deshalb verstärkt sich heute die Zusammenarbeit zwischen grenznahen Regionen auf dem Gebiet der Leistungserbringung und der Personalplanung.