„Gesundheit 2020“ spornt lettische Akteure an

Ministry of Health, Latvia

Der lettische Premierminister Valdis Dombrovskis sprach am 20. März 2013 auf der Konferenz. (Photo: Lettisches Gesundheitsministerium)

„Es ist an der Zeit den Teufelskreis zu durchbrechen, dass Menschen krank werden, weil sie arm sind, und arm werden, weil sie krank sind“, sagte der lettische Premierminister Valdis Dombrovskis letzte Woche in Riga in seiner Begrüßungsansprache auf der Konferenz „Gesundheit für Wachstum“ in Anwesenheit bedeutender Teilnehmer aus mehreren Sektoren. Die Teilnehmer verabschiedeten eine Resolution, in der gemäß der Vision aus dem neuen Europäischen Rahmenkonzept „Gesundheit 2020“ die Zusammenarbeit von Entwicklungs- und Gesundheitssektor zum Abbau gesundheitlicher Ungleichheiten gefordert wird.

Der Premierminister sprach vor über 200 Teilnehmern auf einer Konferenz, die gemeinschaftlich vom lettischen Gesundheitsministerium, dem Regionalbüro für Europa und dem lettischen Zentrum für die Prävention und Bekämpfung von Krankheiten organisiert worden war. Die WHO-Regionaldirektorin für Europa Zsuzsanna Jakab, die lettische Gesundheitsministerin Dr. Ingrida Circene und die lettische Wohlfahrtsministerin Ilze Vinkele sprachen vor Teilnehmern, die Gestalter der nationalen Politik in verschiedenen Sektoren waren.

Hauptproblem: Unterfinanzierung im Gesundheitsbereich

Die Gesundheitsministerin erinnerte die Zuhörer daran, dass ohne Gesundheit Entwicklung nicht möglich sei. Lettland habe trotz der Finanzkrise viel erreicht, doch bleibe die Unterfinanzierung im Gesundheitsbereich in Kombination mit hohen Zuzahlungen eine der größten Herausforderungen.

Die Regionaldirektorin erläuterte Ziele und Zielsetzungen aus dem neuen Europäischen Rahmenkonzept „Gesundheit 2020“ und ihre Bedeutung für die Länder der Region. Sie würdigte die Arbeit des ressortübergreifenden Koordinationszentrums des Premierministers und gratulierte dem Land zum Start des nationalen Entwicklungsplans 2014–2020.

Lettlands Antwort auf die Finanzkrise

Lettland erholt sich noch von den Auswirkungen der Finanzkrise. Als Antwort auf die Krise ergriff die lettische Regierung eine Reihe von Maßnahmen, hierunter Kostendämpfung im Krankenhaussektor, Ausbau der primären Gesundheitsversorgung, besserer Zugang zu unentbehrlichen Arzneimitteln, Konzentration auf die Gesundheit von Mutter und Kind und Maßnahmen zum Schutz der armen Bevölkerung. Die Regionaldirektorin lobte die in Lettland erzielten Fortschritte hinsichtlich einer stärkeren sektorübergreifenden Zusammenarbeit und dankte dem Gesundheitsministerium für seine Führungsrolle hierbei.

Der litauische Gesundheitsminister Vytenis Povilas Andriukaitis schilderte die Erfahrungen und Fortschritte seines Landes mit einer verbesserten Führung im Gesundheitsbereich und dem Abbau gesundheitlicher Ungleichheiten. Viele Redner sprachen sich für gemeinsames Handeln zur Umsetzung des nationalen Entwicklungsplans, für die Förderung der Gesundheit, für die Stärkung der öffentlichen Gesundheit und der Krankheitsprävention sowie für einen Abbau gesundheitlicher Ungleichheiten aus.

In einer von den Teilnehmern verabschiedeten Resolution wurde ein gesamtstaatlicher Ansatz zur Verbesserung der Bevölkerungsgesundheit und zum Abbau gesundheitlicher Benachteiligung in Lettland gefordert. Darin wird Gesundheit als Investition in Wirtschaftswachstum bezeichnet und die Notwendigkeit von Investitionen in Humanressourcen für Gesundheit betont.

Abschließend trafen die Regionaldirektorin und die lettische Gesundheitsministerin mit der Parlamentssprecherin Solvita Aboltina zusammen, die ihnen versicherte, dass Gesundheitsthemen dem Parlament sehr am Herzen lägen. Die Sprecherin sagte, die Parlamentsmitglieder verstünden sehr wohl, dass alle Ministerien für mehr Gesundheit in der Verantwortung stünden, und würden daher auch ihr gemeinschaftliches Vorgehen unterstützen.