Türkei fördert flächendeckende Versorgung

Am 27. und 28. Juni 2013 fand in Istanbul (Türkei) eine Ministerkonferenz zur flächendeckenden Gesundheitsversorgung statt, die vom türkischen Gesundheitsministerium, dem Imperial College London (Vereinigtes Königreich), der Istanbuler Medipol-Universität und The Lancet unter Beteiligung der WHO, der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und der Weltbank veranstaltet wurde.

„Die Türkei ist ein gutes Beispiel dafür, was sich durch die rasche Einführung einer flächendeckenden Gesundheitsversorgung und der Umsetzung des Gedankens in die Tat an Ergebnissen und messbaren Vorteilen für die Bevölkerung erreichen lässt“, sagte die WHO-Regionaldirektorin für Europa Zsuzsanna Jakab. Sie betonte auch, wie wichtig die Kontinuität der Versorgung sowie die Nachhaltigkeit von Veränderungen im Gesundheitssystem sind. Der WHO-Regionaldirektor der Region östlicher Mittelmeerraum Ala Alwan zählte ebenfalls zu den Teilnehmern.

Insgesamt beteiligten sich 40 Mitgliedstaaten sowie Vertreter vieler internationaler Organisationen an der Debatte über die Ausweitung der flächendeckenden Gesundheitsversorgung und den Erfahrungsaustausch über bewährte Praktiken zu diesem Zweck.

Die flächendeckende Gesundheitsversorgung wird zunehmend als Schlüssel zu gleichberechtigtem Zugang zu Gesundheitsangeboten und besserem Schutz vor ruinösen persönlichen Ausgaben für die Gesundheitsversorgung gesehen. Daher besteht auch ein erhebliches und zunehmendes Interesse dies als eines der Ziele der nationalen Entwicklungspläne und der Entwicklungsagenda der Vereinten Nationen nach 2015 aufzunehmen.

Ein Artikel aus der Zeitschrift The Lancet zum Thema flächendeckende Gesundheitsversorgung in der Türkei wurde auf der Konferenz vorgestellt.

Fortschritte in der Türkei hinsichtlich einer flächendeckenden Versorgung

Seit Beginn ihrer Gesundheitsreform im Jahr 2003 hat sich die türkische Regierung für eine flächendeckende Gesundheitsversorgung eingesetzt. Durch das Reformprogramm wurden wichtige Veränderungen in die Organisation, Steuerung und Finanzierung des Gesundheitssystems sowie in die Verwaltung der Ressourcen und die Erbringung der Angebote eingeführt.

In Zusammenarbeit mit dem Regionalbüro hat die Türkei als eines der ersten Länder der Region ihre nationale Gesundheitsstrategie (2013–2017) auf die Werte und Prinzipien des Rahmenkonzepts der Europäischen Region für Gesundheit und Wohlbefinden „Gesundheit 2020“ abgestimmt. „Gesundheit 2020“ unterstützt das gesamtstaatliche und gesamtgesellschaftliche Eintreten gegen gesundheitliche Ungleichheiten und für chancengleichen und nachhaltigen Zugang zu hochwertigen Gesundheitssystemen.

Im Juni 2013 machte sich die Türkei zusammen mit dem Regionalbüro an die Entwicklung eines integrierten und innovativen Programms zur Stärkung des Gesundheitssystems durch eine ausgeweitete Prävention und Bekämpfung nichtübertragbarer Krankheiten. Dieses Programm befasst sich auch mit den sozialen Determinanten von Gesundheit und der Entwicklung eines umfassenden nationalen Aktionsplans zum Thema nichtübertragbare Krankheiten.