Regionaldirektorin: Gesundheitssysteme müssen für alle zugänglich sein

Ministry of Health, Greece

Zsuzsanna Jakab, WHO-Regionaldirektorin für Europa, sprach in ihrer Grundsatzrede zur Eröffnung der gemeinsamen Tagung der obersten Gesundheitsbeamten und der obersten Beauftragten für Pflegewesen und Zahnmedizin, die am 4. und 5. März 2014 in Athen stattfand, von den Herausforderungen durch neu auftretende und wiederkehrende Infektionskrankheiten.

Frau Jakab wies auf die besonderen Herausforderungen durch „altbekannte Feinde“ wie Tuberkulose und bakterielle, parasitäre und virale Infektionen hin und erläuterte, dass die Gesundheitssysteme sich auf die Zunahme von Migration und Reiseverkehr einstellen müssten: „Wir dürfen es nicht zulassen, dass Gesundheit als Argument für die Unterbindung von Reiseverkehr und Migration benutzt wird. Migration ist ein weltweites Phänomen, und nach Schätzungen der WHO ist weltweit jeder 30. Mensch ein Migrant. ...

Größere Bevölkerungsbewegungen haben sich zu einem beträchtlichen Risikofaktor für chronische Krankheiten wie auch Infektionskrankheiten entwickelt, denn sie beeinträchtigen den Zugang von Migranten zu einer rechtzeitigen und bezahlbaren Gesundheitsversorgung. Gesundheitssysteme müssen für alle zugänglich sein und ihren Kenntnisstand so erweitern, dass sie eingeschleppte Krankheiten, mit denen sie gewöhnlich nichts zu tun haben, zeitnah erkennen und behandeln können.“

Auf einer Plenarsitzung am zweiten Tag der Veranstaltung hielt Frau Jakab zusammen mit Dr. Chrysostomos Gounaris, dem Koordinator des Unterstützungsprogramms für die Gesundheitsreform in Griechenland, einen Vortrag über die Reformierung des griechischen Gesundheitssystems zur Verbesserung der Gesundheitssituation der Bürger.

Die gemeinsame Tagung fand im Rahmen des Veranstaltungsprogramms der griechischen Präsidentschaft im Rat der Europäischen Union statt. Zu den zentralen Themen auf der Tagesordnung gehörten neu auftretende und wiederkehrende Infektionskrankheiten (z. B. HIV/Aids, Tollwut), antimikrobielle Resistenz und der wirksame Schutz der Gesundheit von Migranten.