Altern in Gesundheit setzt einen Lebensverlaufansatz voraus

R. Wiley

Der erste Weltbericht über Altern und Gesundheit enthält einen Aufruf zu dringenden umfassenden Maßnahmen im Gesundheitswesen zur Bewältigung der Bevölkerungsalterung. Er beinhaltet auch eine Zusammenfassung der aktuellen Evidenz, eine Korrektur verbreiteter falscher Vorstellungen und Annahmen sowie eine kurze Darstellung des Handlungsrahmens zur Förderung eines Alterns in Gesundheit weltweit. Die wichtigsten Botschaften aus dem Bericht decken sich mit jenen, die aus der bevorstehenden Europäischen Ministerkonferenz der WHO zum Lebensverlaufansatz hervorgehen werden: Früh anfangen, um eine maximale Funktionsfähigkeit zu erhalten. Es ist nie zu spät, um durch Verhindern und Hinauszögern des Auftretens nichtübertragbarer Krankheiten ein Maximum an Gesundheit aufrechtzuerhalten. Durch Schaffung stützender Umfelder, ein wirksames Management chronischer Erkrankungen und die Entwicklung von Versorgungssystemen kann eine Minimierung der Verluste bewirkt werden.  

Erschließung des Potenzials einer alternden Bevölkerung

Die Alterung der Bevölkerung könnte eine beispiellose Chance für die Gesellschaft bieten, wenn es den Mitgliedstaaten gelingt, sich neu zu orientieren und das Potenzial eines Alterns in Gesundheit zu erschließen. Auf der Grundlage des Rahmenkonzepts für ein aktives Altern, das als Beitrag der WHO zur Zweiten Weltversammlung über das Altern im Jahr 2002 bestimmt war, wird in dem Weltbericht ein Umdenken in Bezug auf das Altern angeregt. Es gibt Indizien dafür, dass in Ländern mit höherem Volkseinkommen der Beitrag, den ältere Menschen zum gesellschaftlichen Leben leisten, die Kosten des Alterns und der Langzeitpflege überwiegt.  

Altern in Gesundheit

Maßnahmen zur Förderung eines Alterns in Gesundheit umfassen weit mehr als die Beseitigung von Krankheit, sondern beinhalten auch eine aktive Gesundheitsförderung im gesamten Lebensverlauf und eine gezielte Unterstützung zur Erhaltung der Funktionsfähigkeit im Alter. Im Kontext eines gesunden Alterns bezeichnet der Begriff „Gesundheit" die Fähigkeit einer Person, die Dinge zu tun, die ihr wichtig sind. Altern in Gesundheit ist der Prozess der Entwicklung und Erhaltung der Funktionsfähigkeit, die ein Wohlbefinden im Alter ermöglicht. Die Funktionsfähigkeit einer Person, insbesondere nach dem Beginn einer Erkrankung, ist von stützenden Umfeldern und einem wirksamen Management nichtübertragbarer Krankheiten abhängig.