Neue Agenda für eine nachhaltige Entwicklung und eine gesündere, gerechtere und friedlichere Zukunft für alle

Heute haben die Staats- und Regierungschefs auf dem Weltgipfel 2015 der Vereinten Nationen die Agenda 2030 für eine nachhaltige Entwicklung vorgestellt.

Ausgehend von den Millenniums-Entwicklungszielen wurden 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung formuliert, die drei Kernaspekte, nämlich die soziale, die ökonomische und die ökologische Komponente, aufgreifen und einen wirtschaftlichen Wandel anstoßen und Möglichkeiten schaffen sollen, die Menschen aus der Armut zu befreien, soziale Gerechtigkeit zu fördern und die Umwelt zu schützen. 

Die Ziele sind auf konkretes Handeln ausgerichtet, global gültig und universell anwendbar. Sie sind auf nationaler und subnationaler Ebene verankert, wo die Agenda auch hauptsächlich umgesetzt werden soll. 

Ziel 3 soll allen ein gesundes Leben und Wohlbefinden in jedem Alter sichern. Die Zielvorgaben beziehen sich auf unerledigte Aufgaben aus der Millenniumsagenda und greifen neu hinzugekommene Prioritäten der globalen Gesundheitsarbeit auf wie nichtübertragbare Krankheiten und Verletzungen, eine allgemeine Gesundheitsversorgung und die Determinanten von Gesundheit im weiteren Sinne. Auch für andere Ziele ist Gesundheit relevant, sei es als Voraussetzung, als Ergebnis oder als Maßstab der Entwicklung. 

Ein Umschalten ist für den integrierten Ansatz einer nachhaltigen Entwicklung erforderlich, damit die Menschenrechte jeder Person geachtet werden und niemand auf der Strecke bleibt.

Die Agenda 2030 für eine nachhaltige Entwicklung und Gesundheit 2020

Die Agenda ist das Ergebnis des bislang umfassendsten Konsultationsprozesses in der Geschichte der Vereinten Nationen unter Führung der Mitgliedstaaten und Beteiligung eines breiten Kreises von Akteuren aus Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft. 

Die Vereinten Nationen haben den Dialog auf globaler Ebene moderiert. In Europa und Zentralasien haben Organisationen der Vereinten Nationen die politischen Entscheidungsträger und Unterhändler der neuen Agenda durch eine prägnante Übersicht der entscheidenden Probleme in der Region und durch ein Diskussionsforum unterstützt, das in einer Konsultation in der Region gipfelte unter dem Motto: Umfassende und nachhaltige Entwicklung: Perspektiven aus Europa und Zentralasien zur Entwicklungsagenda nach 2015. 

In der Konsultation wurde die entscheidende Funktion von Gesundheit in der Agenda für eine nachhaltige Entwicklung nach 2015 betont und das Rahmenkonzept für Gesundheit und Wohlbefinden der Europäischen Region der WHO „Gesundheit 2020" als wichtiges Dokument gewürdigt, das die Grundlage für die Umsetzung einer neuen Vision von Gesundheit nach 2015 geschaffen habe. 

Das 2012 von den Mitgliedstaaten angenommene Rahmenkonzept „Gesundheit 2020" sollte mehr Gesundheit für alle, den Abbau gesundheitlicher Benachteiligung sowie die sektorübergreifende und ressortübergreifende Zusammenarbeit, bessere Führungsarbeit und mehr partizipatorische Politikgestaltung in den Vordergrund rücken. 

„Eine Beschränkung auf das Gesundheitsziel aber würde verpasste Chancen bedeuten. Sämtliche Ziele für eine nachhaltige Entwicklung wirken sich auf die Gesundheit aus, denn sie greifen ihre Determinanten auf. Die Agenda 2030 wird unterschiedliche Aspekte von Entwicklung, hierunter auch Gesundheit, mit Umwelt, Wohlstand und Aktionen und Konzepten verknüpfen, die allen Menschen nützen. Jetzt tragen wir eine historische politische Pflicht, die Einbeziehung von Gesundheit und Wohlbefinden in jedes einzelne Ziel zu betreiben. Wir haben die Chance, das von uns mit „Gesundheit 2020" angestrebte gesamtstaatliche und gesamtgesellschaftliche Vorgehen in die Praxis umzusetzen," sagte Dr. Zsuzsanna Jakab, WHO-Regionaldirektorin für Europa, hierzu in ihrer Ansprache an die Mitgliedstaaten während der 65. Tagung des WHO-Regionalkomitees für Europa.