Fachtagung in der Republik Moldau zum Thema Gewalt- und Verletzungsprävention

Andrei Mardari

Am 11. und 12. November 2015 trafen sich Experten für Gewalt- und Verletzungsprävention zu einer Tagung in Chisinau.

An der achten Tagung des Netzwerks der Ansprechpersonen der Gesundheitsministerien für Gewalt- und Verletzungsprävention, die am 11. und 12. November in Chisinau (Republik Moldau) stattfand, nahmen 50 Vertreter aus 33 Ländern teil.

Die Teilnehmer wurden von Dr. Gheroghe Turcanu, dem Stellvertretenden Minister für Gesundheit der Republik Moldau, begrüßt. Er hob die Auswirkungen von Unfallverletzungen und Gewalt in seinem Land als Ursache für vorzeitigen Tod hervor und erwähnte die Einbeziehung von Präventionsstrategien in die nationale Politik „Gesundheit für alle".

Die Zielsetzung der vom WHO-Regionalbüro für Europa organisierten Tagung bestand darin: 

  • über die Umsetzung des Aktionsplans „In Kinder investieren: Aktionsplan der Europäischen Region zur Prävention von Kindesmisshandlung" zu diskutieren; 
  • die Ergebnisse des Globalen Lageberichts zur Straßenverkehrssicherheit (2015) und des Globalen Lageberichts zur Gewaltprävention (2014) zu prüfen; 
  • über globale Handlungsrichtungen im Lichte der Ziele für nachhaltige Entwicklung zu beraten; 
  • Erfahrungen im Bereich der Verletzungs- und Gewaltprävention auszutauschen.

Schwerpunktlegung auf die Entwicklung von Kindern und die Verringerung der Zahl der Straßenverkehrstoten

Prof. Mark Bellis, Ansprechperson aus dem Vereinigten Königreich, hielt einen Grundsatzvortrag über die weitreichenden Folgen negativer Kindheitserfahrungen im gesamten weiteren Lebensverlauf. Er erklärte, dass Investitionen in die Entwicklung und Widerstandsfähigkeit von Kindern auf allen Gebieten dauerhaft Früchte tragen würden.

Dr. Dinesh Sethi vom WHO-Regionalbüro für Europa stellte den Bericht mit dem Titel „Fakten aus der Europäischen Region und der Globale Lagebericht zur Straßenverkehrssicherheit (2015)" vor. Dabei berichtete er von einem Rückgang der Zahl der Straßenverkehrstoten um 8,1% zwischen 2010 und 2013, unterstrich aber gleichzeitig, dass neuerliche Anstrengungen der Länder erforderlich seien, um die globale Zielvorgabe einer Halbierung der Mortalität bis 2020 zu erreichen.

Dr. Tatiana Zatic, Leiterin der Abteilung für primäre Gesundheitsversorgung beim moldauischen Gesundheitsministerium, erläuterte die Statistiken über Unfallverletzungen und Gewalt in der Republik Moldau. Sie schilderte, wie „Gesundheit 2020" als ein Rahmen für Gesundheit in allen Politikbereichen im Hinblick auf die Schaffung ressortübergreifender Handlungskonzepte diene.  

Dr. David Meddings vom WHO-Hauptbüro sprach von der künftigen globalen Ausrichtung der Gewalt- und Verletzungsprävention im Kontext der Ziele für nachhaltige Entwicklung. Er hob hervor, welche Chance diese Ziele zur Einbeziehung anderer Politikbereiche in die Reduzierung von Gewalt und Unfallverletzungen böten.

Datenerhebung und Erfahrungen der Länder

Dr. Sethi dankte den Ansprechpersonen und den nationalen Datenkoordinatoren für ihre Arbeit bei der Erhebung und Validierung von Daten für die Globalen Lageberichte zur Straßenverkehrssicherheit in den Jahren 2013 und 2015 sowie den Globalen Lagebericht zur Gewaltprävention (2014).

Die Ansprechpersonen berichteten anhand von Präsentationen über die Situation in ihren Ländern und diskutierten über Fragen der Straßenverkehrssicherheit, der Verletzungsprävention bei Kindern, des Kapazitätsaufbaus und der Gewaltprävention. Anschließend fanden Podiumsdiskussionen über künftige Wege für das Netzwerk bei der Umsetzung des Aktionsplans der Europäischen Region zur Prävention von Kindesmisshandlung statt.