Bekämpfung der Tuberkulose im Zentrum des Besuchs der Regionaldirektorin in der Slowakei

WHO

Dr. Zsuzsanna Jakab während ihres offiziellen Besuchs der Slowakei vom 21. bis 23. Juni 2016 bei einer Ansprache auf der 7. Konferenz der Internationalen Union gegen Tuberkulose und Lungenkrankheiten.

 Auf Einladung des slowakischen Gesundheitsministers Dr Tomáš Drucker kam die WHO-Regionaldirektorin für Europa, Dr. Zsuzsanna Jakab, vom 21.¬ bis 23. Juni 2016 nach Bratislava. Der Besuch verfolgte zwei Ziele:

  • Mit dem neu ernannten Gesundheitsminister Prioritäten und Bereiche zu erörtern, in denen das Regionalbüro Hilfe leisten könnte;
  • eine Ansprache vor den Teilnehmern der 7. Konferenz der Internationalen Union gegen Tuberkulose und Lungenkrankheiten in der Region Europa zu halten. 

Zusammenkunft mit Minister Drucker

Minister Drucker nannte als seine Prioritäten ein effektiveres Gesundheitswesen, eine stärkere Betonung und Nutzung der primären Gesundheitsversorgung, den Aufbau einer umfassenden, verzahnten Gesundheitsversorgung mit dem Patienten im Zentrum und den Abbau des hohen Verbrauchs an Arzneimitteln. Als Problemfelder nannte er die zunehmende Antibiotikaresistenz und fallende Impfraten. 

Mit Blick auf die bevorstehende Ratspräsidentschaft der Europäischen Union, die sein Land am 1. Juli 2016 übernimmt, nannte er Schwerpunkte seine Landes im Bereich Gesundheit: Dazu zählen: 

  • impfpräventable Krankheiten und antimikrobielle Resistenzen, 
  • Tuberkulose, insbesondere mehrfach resistente Tuberkuloseformen, 
  • primäre und sekundäre Prävention vorzeitiger Mortalität aufgrund chronischer Krankheiten, 
  • neue Rezepte für bessere Lebensmittel und Gesundheit und keine Fehlinformationen über Salz, Zucker und Transfettsäuregehalt, 
  • Arzneimittelengpässe in der Europäischen Union.

Dr. Jakab gratulierte Minister Drucker zu positiven Entwicklungen in der öffentlichen Gesundheit der Slowakei und sicherte ihm zu, dass das Regionalbüro dem Land nicht nur in den Kooperationsvereinbarungen, sondern auch in den für die Ratspräsidentschaft gewählten Prioritäten zur Seite stehen werde. 

Dr. Jakab betonte, dass bessere gesundheitliche Ergebnisse, insbesondere Gesundheit im gesamten Lebensverlauf, durch das Gesundheitsministerium nicht alleine zu erreichen sind. Gesamtgesellschaftliche und gesamtstaatliche Ansätze seien zur Bewältigung der Determinanten und Risikofaktoren für die Gesundheit erforderlich, weshalb die WHO eine Sammlung der besten Praktiken zusammengestellt habe.  
Die Regionaldirektorin betonte die exzellente Arbeit der Slowakei im Kampf gegen die Tuberkulose und zur Eliminierung dieser Krankheit und sagte, es sei daher angemessen, die 7. Konferenz gerade hier abzuhalten. 

Dr. Drucker dankte Dr. Jakab für die kontinuierliche Unterstützung durch die WHO über ihr Länderbüro und ihr Regionalbüro und auch für die Unterstützung während der EU-Ratspräsidentschaft. Der Minister lud Dr. Jakab zu einem informellen Treffen der Gesundheitsminister ein, das am 3. und 4. Oktober 2016 in Bratislava stattfinden wird. 

Konferenz zu Tuberkulose und Lungenerkrankungen

Am 22. Juni 2016 eröffnete Dr. Zsuzsanna Jakab gemeinsam mit dem slowakischen Präsident Andrej Kiska und der Präsidentin der Internationalen Union deren 7. Konferenz gegen Tuberkulose und Lungenkrankheiten für die Region Europa. Mehr als 600 Experten aus der Region und der gesamten Welt kamen hier zusammen, um neueste wissenschaftliche Erkenntnisse und Erfahrungen in der Prävention und Bekämpfung nichtübertragbarer von Tuberkulose und Lungenerkrankungen auszutauschen. In ihrer Eröffnungsrede betonte Dr. Jakab die Notwendigkeit einer sektorübergreifenden Zusammenarbeit nach den Grundzügen von „Gesundheit 2020" und der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung, damit niemand auf der Strecke bleibe. Eine gemeinsame Tagung der nationalen Tuberkuloseprogrammleiter und der Anlaufstellen des Tuberkulose-Surveillance-Netzwerks von EU und EWR gingen der Konferenz voraus.

Weitere hochkarätige Zusammenkünfte

Während einer Sitzung des Gesundheitsausschusses des Nationalrates sprach dessen Vorsitzender Dr. Stefan Zelnik seine Anerkennung für die Arbeit der WHO aus, die Normen für besseren Gesundheitsschutz und bessere Gesundheitsversorgung aufstelle, globale Gesundheitsgefahren und Notlagen abwende und global für mehr Gesundheit eintrete.

Dr. Jakab führte fruchtbare Gespräche mit dem Direktor der Abteilung für die VN und Internationale Organisationen im Ministerium für Außenpolitik und Europäische Angelegenheiten. Die Gespräche handelten von Zielen und Verpflichtungen im Rahmen der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung. 

Die Regionaldirektorin traf auch auf den slowakischen Präsidenten Andrej Kiska. Zu seinen Prioritäten zählte er, die gesundheitliche Kluft in dem Land zu überwinden. Er bezog sich damit auf die Gesundheit in Roma-Gemeinschaften, die trotz verschiedentlicher Ansätze in gesundheitlicher Hinsicht immer noch hinter dem Rest der Bevölkerung zurückbleiben. Dr. Jakab bestätigte, dass die Arbeit mit marginalisierten Bevölkerungsgruppen in vielen Ländern eine Herausforderung darstelle, nannte jedoch auch geeignete Instrumente, wie etwa den Einsatz von Gesundheitsmittlern, die sich für die Slowakei anböten. Sie bezog sich auf die Ziele für nachhaltige Entwicklung und sagte: „Ziel 3 zu Gesundheit und Wohlbefinden und die entsprechenden Indikatoren pflasterten den Weg zu gesundheitlichen Verbesserungen, doch gibt es auch in vielen anderen Zielen Einzelziele, die der Gesundheit dienen." Das Regionalbüro sei bereit, der Slowakei in allen Bereichen seines Auftrags zu helfen.

Auszeichnung für Dr. Jakab

Während ihres offiziellen Besuchsprogramms wurde Dr. Jakab die Goldmedaille der Skt.-Elisabeth-Universität für Gesundheits- und Sozialwissenschaften verliehen wegen ihres Beitrags zur Bekämpfung übertragbarer Krankheiten in der Europäischen Region. Die Auszeichnung wurde vom Gründer der Universität, Professor Vladimir Krcmery, in einer Zeremonie überreicht, an der Lehrende, Studierende, Vertreter des Gesundheitsministeriums und geladene Gäste teilnahmen. In ihrer Dankesrede betonte Dr. Jakab, die Notwendigkeit fortgesetzter Wachsamkeit angesichts einer grenzüberschreitenden Bedrohung durch übertragbare Krankheiten. Dr. Jakab unterstrich die Notwendigkeit, hohe Impfraten zur Bekämpfung der impfpräventablen Krankheiten, und insbesondere Masern und Röteln, beizubehalten.