Gesundheit hält in alle Politikbereiche Einzug

Ministry of Social Affairs and Health, Finland

Podium zur Umsetzung der Konferenzergebnisse Foto: Finnisches Ministerium für Soziales und Gesundheit

Am 14. Juni 2013, dem letzten Tag der 8. Globalen Konferenz zur Gesundheitsförderung, erkannten die Teilnehmenden die Notwendigkeit an, den Ansatz der Gesundheit in allen Politikbereichen zentral in der Entwicklungsagenda auf nationaler, subnationaler und lokaler Ebene zu verankern. In den Ländern der Europäischen Region ist dieser Ansatz zugleich integraler Bestandteil der Planung gemäß „Gesundheit 2020“.

Die WHO-Regionaldirektorin für Europa Zsuzsanna Jakab erläuterte in ihrem Vortrag an diesem Tag, dass und wie Chancengleichheit und Gesundheit in allen Politikbereichen zentrale Begriffe auch des Rahmenkonzept der Europäischen Region „Gesundheit 2020“ seien. Sie äußerte Verständnis für die unterschiedlichen Möglichkeiten der Länder zur Umsetzung des Konzepts und schloss mit den Worten: „Wir wollen, dass sich in der Europäischen Region ein echt gesamtgesellschaftlicher Ansatz zur Förderung von Chancengleichheit und eine bessere Politiksteuerung für die Gesundheit herausbildet.“

Europatag

Der letzte Tag der Konferenz war als Europatag  Erfahrungen und Beispielen aus der nationalen und subnationalen Ebene in der Europäischen Region gewidmet.

In Sitzungen zu den Themenbereichen Lebensverlaufansatz, bessere Führung, nichtübertragbare Krankheiten und die dafür maßgeblichen Risikofaktoren, Umweltfaktoren, die Bewältigung gesundheitlicher Benachteiligungen sowie Arbeit und Gesundheit wurden folgende zentrale Botschaften vermittelt:

  • Eine bessere Beobachtung der Gesundheit von Kindern mit Hilfe gemeinsamer Indikatoren ist erforderlich.
  • Die geschlechtsbezogenen Unterschiede in den Alterungsprozessen müssen genauer analysiert werden.
  • Für die Umsetzung des Ansatzes Gesundheit in allen Politikbereichen sind eine ausreichende Zahl von Akteuren, eine engagierte Zivilgesellschaft und eine stimmige sowie abgestimmte Politikgestaltung erforderlich.
  • Umfassende Gesetzgebung kann einen Durchbruch für die Eindämmung des Tabakgebrauchs bedeuten, doch muss die Reaktion der Tabakbranche genau beobachtet werden.
  • Komplexe gesundheitspolitische Themen wie Adipositas, erfordern auch komplexe Lösungsansätze, etwa eine aktive Fortbewegung mit mehrfachen und messbaren gesundheitlichen Vorteilen.
  • Die Steuerung der Preisgestaltung, Vermarktung und Verfügbarkeit eignet sich am besten zur Bewältigung von Alkoholmissbrauch, doch ist hierfür internationale Zusammenarbeit erforderlich.
  • Am Arbeitsplatz kann die Überfrachtung mit Aufgaben zu einem Gesundheitsrisiko werden, dabei ist eine zeitliche Trennung zwischen Handlung, Muße, Ruhe und Erholung wichtig.
  • Gesundheit am Arbeitsplatz bedeutet ein längeres Arbeitsleben.
  • In der Europäischen Union ist der Salzkonsum besonders hoch. Die bekannten wirksamen Strategien zu dessen Abbau sollten sich auf aktive Beobachtung, geänderte Lebensmittelrezepturen und ein größeres Bewusstsein der Bevölkerung stützen.
  • Mortalitätstrends bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen spiegeln das wirtschaftliche Wachstum, Rezession und Sparmaßnahmen wider. Sektorübergreifende Konzepte, die Herz-Kreislauf-Erkrankungen etwa durch einen Abbau des Salzkonsums in Angriff nehmen, können die Mortalitätsraten schnell beeinflussen.

Lebensleistung für die Gesundheitsförderung

Am 13. Juni wurde der ehemalige Generaldirektor der Gesundheitsabteilung im finnischen Ministerium für Soziales und Gesundheit eine Auszeichnung für seine Lebensleistung für die Gesundheitsförderung ausgezeichnet und dadurch für seinen Beitrag als einer der Gründerväter der Bewegung für Gesundheitsförderung geehrt.

Dr. Leppo war in den 1970er Jahren Mitglied im Exekutivrat der WHO, als dort die Strategien zur primären Gesundheitsversorgung sowie Gesundheit für alle entworfen wurden. 1976 entwarf er in Finnland die weltweit erste umfassende Gesetzgebung gegen den Tabakkonsum und war Anfang der 1980er Jahre für einen vorläufigen Entwurf der finnischen Strategie der Gesundheit für alle verantwortlich.

Nach seiner Pensionierung war er international als Berater und Verfasser wissenschaftlicher Arbeiten zur Gesundheitspolitik betätigt.