Regionaldirektorin erhält den Sankt-Agatha-Orden für ihre Verdienste um die Gesundheitspolitik

Filippo Pruccoli

Dr. Zsuzsanna Jakab erhält auf einer Zeremonie am 26. August 2015 den Sankt-Agatha-Orden vom Gesundheitsminister San Marinos, Dr. Francesco Mussoni.

Dr. Zsuzsanna Jakab, WHO-Regionaldirektorin für Europa, wurde in San Marino für ihre Verdienste und die Verdienste des Regionalbüros für Europa bei der Verbesserung der Gesundheitssituation in dem Land und in der gesamten Europäischen Region mit dem Sankt-Agatha-Orden ausgezeichnet. Der Orden wurde ihr von dem Gesundheitsminister, Dr. Francesco Mussoni, und der Umweltministerin, Dr. Antonella Mularoni, übergeben.

Er wird ausländischen Staatsangehörigen als Anerkennung für ihren positiven Beitrag zur Entwicklung des Landes verliehen. Sankt Agatha ist unter anderem Schutzheilige der Krankenschwestern, der Frauen mit Brustkrebs und der Opfer von sexueller Gewalt und Folter. 

Der nationale Gesundheitsplan San Marinos

Während ihres Besuchs in San Marino am 26. August 2015 bezeichnete Dr. Jakab das Gesundheitswesen und die Gesellschaft des Landes als vorbildlich in Bezug auf Demokratieverständnis, Führungskompetenz und die Herstellung von Chancengleichheit. Unter Bezugnahme auf die lange Tradition von Chancengleichheit und ressortübergreifenden Maßnahmen in San Marino sagte Dr. Jakab: „Der staatliche Gesundheitsplan zeugt von der Tatsache, dass es für echte Veränderungen von historischer Tragweite notwendig ist, dass alle beteiligten Kräfte zusammenarbeiten und -wirken und gemeinsam für die Zukunft planen."

In dem Gesundheitsplan (2015–2017) werden sieben übergeordnete Querschnittsziele vorgegeben, die seine Wirksamkeit und Reichweite erhöhen sollen. Die in Anlehnung an „Gesundheit 2020" entwickelten Ziele sind vor allem darauf ausgerichtet, durch ein gezieltes Ansetzen an den sozialen Determinanten von Gesundheit Ungleichheiten im Gesundheitsbereich zu verhindern. Auf der Veranstaltung wurde die Publikation Ein Fahrplan zur Umsetzung von Gesundheit 2020 – die Erfahrungen San Marinos veröffentlicht, in der die Entwicklung des Plans detailliert geschildert wurde. In ihren Ansprachen erklärten die Regierungsräte (Staatsoberhäupter) San Marinos, Andrea Belluzzi und Roberto Venturini: „Gesundheit 2020 war eine entscheidende Orientierungshilfe für den heute vorgelegten Gesundheits- und Sozialplan, und wir sind sicher, dass es diese Rolle auch weiterhin bei jeder künftigen Aktion spielen wird, die die Förderung des Wohlergehens und der Gesundheit unserer Bevölkerung zum Ziel hat."

Im Anschluss an das offizielle Programm nahmen 40 Vertreter der Gesundheitsberufe an einer Schulung über die operative Umsetzung des neuen nationalen Gesundheitsplans teil. Die nächste Schulung wird sich mit anderen Politikbereichen und mit der Zivilgesellschaft befassen.

San Marino spielte auch eine zentrale Rolle bei der Schaffung und Weiterentwicklung der Initiative kleiner Länder, in der die acht Länder der Europäischen Region der WHO mit einer Bevölkerung von weniger als einer Million einen Wissens- und Erfahrungsaustausch betreiben und bei der Stärkung und Erneuerung ihrer Gesundheitspolitik zusammenarbeiten. Im Juli 2014 richtete das Land die erste hochrangige Tagung dieser Initiative aus.