Rumänischer Präsident betont bei hochrangigem Gesundheitsdialog Bedeutung von Maßnahmen für Umwelt und Gesundheit

©Romanian Presidential Administration

Während eines Workshops im Rahmen des Grundsatzdialogs in Rumänien betonten hochrangige Teilnehmer die Bedeutung des Ansatzes von Gesundheit in allen Politikbereichen und die Dringlichkeit von Maßnahmen zu vielen Aspekten von Umwelt und Gesundheit zum Wohle heutiger und künftiger Generationen. Die Veranstaltung war vom Europäischen Zentrum für Umwelt und Gesundheit in Bonn und dem Länderbüro der WHO in Rumänien in Zusammenarbeit mit der rumänischen Präsidialverwaltung organisiert worden und handelte in erster Linie von integrierten Verträglichkeitsprüfungen für Umwelt und Gesundheit. Insbesondere sollten institutionelle Vorkehrungen zur Bewältigung umweltbezogener Gesundheitsdeterminanten und zur Unterstützung ressortübergreifender Arbeit allgemein erörtert werden. Der rumänische Präsident Klaus Werner Iohannis, die Minister für Gesundheit und Bildung, mehrere hochrangige Regierungsvertreter Rumäniens und der Republik Moldau sowie Vertreter zwischenstaatlicher und nichtstaatlicher Organisationen nahmen an der Veranstaltung teil, die vom 20. bis 22. Juli im Präsidentenpalast Cotroceni in Bukarest stattfand.

Der Präsident sagte in seiner Ansprache vor den Teilnehmern des Grundsatzdialogs: „Wenn wir eine gesunde Bevölkerung, ein sicheres Gesundheitswesen und ein blühendes Gemeinwesen wollen, dann liegt der Schlüssel hierzu in dem Ansatz Gesundheit in allen Politikbereichen. Es zeigt uns die Notwendigkeit eines integrierten, multidisziplinären Vorgehens, das nicht nur die Gesundheit des Einzelnen und der Bevölkerung ins Auge fasst, sondern das gesamte Ökosystem.“  Gesundheitsminister Vlad Vasile Voiculescu und Bildungs- und Forschungsminister Mircea Dumitru bekräftigten ebenfalls das Engagement Rumäniens für ressortübergreifende, multidisziplinäre und ganzheitliche Ansätze.

Ziele und Ergebnisse

Die Veranstaltung diente vier Zielen:

  • den aktuellen Zustand von Umwelt und Gesundheit in Europa mit Hinblick auf die Ministerkonferenz Umwelt und Gesundheit im Jahr 2017 zu beschreiben;
  • aktuelle Herausforderungen und Dringlichkeiten für Umwelt und Gesundheit in Rumänien zu prüfen;  
  • Institutionelle und juristische Bestimmungen, Verfahren, Bedürfnisse und Möglichkeiten für eine  bereichsübergreifende Zusammenarbeit vor Ort zu erörtern;
  • den Sinn integrierter Verträglichkeitsprüfungen für Umwelt und Gesundheit für weitere Fortschritte in der Umsetzung von „Gesundheit 2020“ und der Ziele für nachhaltige Entwicklung zu bestimmen.

Ausgangspunkt der Erörterungen war die neulich angenommene Nationale Gesundheitsstrategie (2014–2020) und ihre Vorkehrungen für ressortübergreifendes Arbeiten, das sich eng an „Gesundheit 2020“ anlehnt. Teilnehmer aus allen Ressorts bestätigten ihr großes Interesse an den Zielen für nachhaltige Entwicklung, forderten aber zusätzliche Werkzeuge und Mittel zu ihrer Erreichung.

Am Workshop beteiligten sich 40 Teilnehmer, hierunter führende Wissenschaftler für Umwelt und Gesundheit aus den Niederlanden, der Schweiz, dem Vereinigten Königreich, und befassten sich mit Themen wie Methoden, Strategien und Instrumenten für umfassende, lebensnahe Abschätzungen der Gesundheitsfolgen von Umweltgefahren (z. B. Feinstaub) sowie komplexeren Determinanten (z. B. Stromerzeugung).

Aufbau fachlicher Kapazitäten

Integrierte Verträglichkeitsprüfung für Umwelt und Gesundheit bedeutet ein multidisziplinäres Vorgehen mit Rückgriff auf Disziplinen wie öffentliche Gesundheit, Gesundheitsförderung, Sozial- und Politikwissenschaften, Umweltforschung, Stadtplanung, Epidemiologie und Statistik. Das Aufgabenspektrum ist breit: Schutz und Förderung der Bevölkerungsgesundheit durch Untersuchung und Abschätzung der gesundheitlichen Auswirkungen von Projekten, Programmen und Konzepten und Aufklärung der Entscheidungsträger über mögliche Folgen. Während des Workshops nannte Marco Martuzzi vom Regionalbüro den Ansatz „ein wertvolles Mittel für eine evidenzgeleitete konzeptionelle Entwicklung und für einen weiteren Ausbau von Maßnahmen in eigentlich allen Bereichen.“ Der Workshop bot den Teilnehmern die Gelegenheit an Fallstudien zu arbeiten, sich mit der Anwendung des Instruments in der Praxis vertraut zu machen und so diesen wertvollen Ansatz für die eigene Arbeit zu fördern.

Der Workshop bot den Teilnehmern die Gelegenheit an Fallstudien zu arbeiten, sich mit der Anwendung des Instruments in der Praxis vertraut zu machen und so diesen wertvollen Ansatz für die eigene Arbeit zu fördern.