Tagung der Sonderarbeitsgruppe Umwelt und Gesundheit gibt Startschuss für Planungsmaßnahmen der Länder in sieben zentralen Handlungsbereichen

WHO

Im vergangenen Jahr nahmen die Länder der Europäischen Region der WHO die Erklärung von Ostrava an, in der sie sich zu sichtbaren, messbaren und ausgewogenen Fortschritten im Bereich Umwelt und Gesundheit in sieben vorrangigen Handlungsbereichen verpflichteten. Dazu vereinbarten die Mitgliedstaaten die Entwicklung nationaler Handlungskataloge im Bereich Umwelt und Gesundheit bis Ende 2018 unter der Federführung von durch die Länder nominierten Ansprechpersonen.

Dieses Netzwerk der Ansprechpersonen im Bereich Umwelt und Gesundheit tagte am 20. und 21. März 2018 in Bonn am Rande der achten Tagung der Europäischen Sonderarbeitsgruppe Umwelt und Gesundheit (EHTF), um den Startschuss für die Entwicklung dieser Handlungskataloge zu geben und hier gemeinsam Impulse zu setzen. Die Teilnehmer hielten einen Erfahrungsaustausch und diskutierten über die verfügbare fachliche Unterstützung. Ferner schilderten sie anhand von Beispielen, wie die Länder die vorrangigen Bereiche durch ressortübergreifende Zusammenarbeit in Angriff nehmen.

„In der Erklärung von Ostrava wird festgelegt, wo und wie wir in Bezug auf Umweltrisiken handeln müssen, um die Gesundheit unserer Bürger heute und in Zukunft zu schützen“, erklärte Ivan Karic, Staatssekretär beim serbischen Umweltministerium, während der Tagung. „Jetzt folgt der nächste Schritt: die Entwicklung und Feinabstimmung nationaler Maßnahmen, die den Erfordernissen in unseren Ländern gerecht werden. Um die richtigen politischen Entscheidungen treffen zu können, sind wir in hohem Maße auf die fachliche Kompetenz und den Rat der WHO und speziell ihres Europäischen Zentrums für Umwelt und Gesundheit in Bonn angewiesen.“

Auf der Tagung wählte die EHTF auch ihr Präsidium. Dr. Nune Bakunts aus Armenien übernahm für das kommende Jahr den Vorsitz und löste damit Robert Thaler aus Österreich ab. Darüber hinaus sind im neuen Präsidium auch die Gesundheits- und Umweltministerien Österreichs, Israels, der Niederlande, der Republik Moldau, Serbiens, der Ukraine und des Vereinigten Königreichs vertreten. Das Präsidium steuert die Vorbereitung der Tagungen der EHTF und unterstützt das Sekretariat der WHO im Zeitraum zwischen den Tagungen. Die nächste Tagung der EHTF ist für 2019 geplant.

Vorrangige Handlungsbereiche der Erklärung von Ostrava

In der Erklärung von Ostrava werden folgende sieben vorrangige Handlungsbereiche genannt:

  • Verbesserung der Qualität der Innen- und Außenluft für alle;
  • Gewährleistung eines allgemeinen, chancengleichen und nachhaltigen Zugangs zu einer sicheren Trinkwasser- und Sanitärversorgung und zu sicheren hygienischen Bedingungen für alle in allen Umfeldern;
  • Minimierung der schädlichen Folgen von Chemikalien für die menschliche Gesundheit und die Umwelt;
  • Prävention und Eliminierung von schädlichen umwelt- und gesundheitsbezogenen Folgen, Kosten und Ungleichheiten aufgrund von Abfallentsorgung und Altlasten;
  • Stärkung der Anpassungs- und Widerstandsfähigkeit gegenüber durch den Klimawandel bedingten Gesundheitsrisiken und Unterstützung von Klimaschutzmaßnahmen und Maßnahmen zur Sicherung positiver Nebeneffekte für die Gesundheit gemäß dem Pariser Klimaschutzübereinkommen;
  • Unterstützung der Bemühungen europäischer Städte und Regionen, gesünder, inklusiver, sicherer, widerstandsfähiger und nachhaltiger zu werden; und
  • Stärkung der ökologischen Nachhaltigkeit von Gesundheitssystemen und Verringerung ihrer schädlichen Auswirkungen auf die Umwelt.

Europäisches Zentrum der WHO für Umwelt und Gesundheit (Büro Bonn)

Durch sein Zentrum für Umwelt und Gesundheit versorgt das WHO-Regionalbüro für Europa die Mitgliedstaaten ständig mit hochaktueller Evidenz zu Art und Umfang bestehender wie auch neu entstehender umweltbedingter Gesundheitsrisiken und ist ihnen bei der Erstellung und Umsetzung von Handlungskonzepten zur Bewältigung dieser Risiken behilflich.