Brustkrebs

Brustkrebs ist unter Frauen die verbreitetste Krebsform und macht 28% der Gesamtzahl in der Region aus. Von 1950 bis in die späten 1980er Jahre stieg die brustkrebsbedingte Mortalität außer in Norwegen und Schweden überall in Europa an. Im Durchschnitt der Region erreichte die Zahl der Todesfälle jedoch in den 1990er Jahren 1994 mit 14,74 pro 100 000 Menschen ihren Höhepunkt und lag im Jahr 2009 bei nur noch 13,01 pro 100 000.

Eine vom Internationalen Krebsforschungszentrum (IARC) geleitete und im British Medical Journal 2010 veröffentlichte Studie zeichnete ein uneinheitliches Bild von der Entwicklung der Brustkrebsmortalität in 30 Ländern der Region. Von 1989 bis 2006 fiel die Mortalität in 15 Ländern um mehr als 20%, in Mitteleuropa blieb sie dagegen stabil oder nahm sogar zu. Die Entwicklungsspanne erstreckte sich von einem Rückgang um 45% in Island bis zu einem Anstieg um 17% in Rumänien. Die stärksten Rückgänge waren nach Island in England und Wales (35%), Schottland (30%), Nordirland (29%), Schweden (16%), Frankreich (11%) und Finnland (12%) zu verzeichnen. Dagegen nahm die Mortalität in Griechenland, Estland und Lettland weiter zu und in Bulgarien und Litauen nicht sichtlich ab.

Brustkrebs wird in der Regel erst im fortgeschrittenen Stadium entdeckt. Erkenntnisse aus Ländern mit hohem Volkseinkommen deuten darauf hin, dass Reihen-Mammografie die Mortalität aufgrund von Brustkrebs verringern kann, wenn die erforderliche Kapazität, Finanzierung und Infrastruktur zur Behandlung vorhanden ist, bevor die Reihenuntersuchung beginnt. Ein gut organisiertes Programm mit hoher Befolgungsrate führt zu einem Rückgang der Brustkrebsmortalität von Frauen, die 50 Jahre oder älter sind, um mindestens 20%. Derzeit betreiben die meisten Länder der Europäischen Union breit angelegte Mammografie-Programme oder bereiten diese vor.

Mammografien sind allerdings aufwändig und kostspielig. Darüber hinaus ist der Ausmaß des Rückgangs an Brustkrebsmortalität durch sie umstritten und es wird das Argument angeführt, dass die negativen Folgen der Untersuchung die positiven mehr als aufwiegen könnten.