Neuer Bericht bezeichnet Prävention als Schlüssel zur Verringerung der Krebslast

Der im Vorfeld des jährlich am 4. Februar begangenen Weltkrebstages veröffentlichte Weltkrebsbericht bestätigt den alten Wahlspruch: Prävention ist besser als Heilung. Gestützt auf die jüngsten Statistiken über Trends bei der Krebsinzidenz und -mortalität weltweit, verdeutlicht dieser Bericht, wie die Krebslast mit alarmierendem Tempo wächst, und hebt die Bedeutung eines politischen Willens und einer zügigen Umsetzung effizienter Präventionsstrategien zur Eindämmung der Krankheit hervor.

Dr. Bernard W. Stewart, Mitverfasser des Berichts, kommentiert: „Angemessene gesetzliche Vorschriften können die Menschen zu gesundheitsförderlichem Verhalten veranlassen und spielen anerkanntermaßen eine wichtige Rolle beim Schutz der Bevölkerung vor Gefahren am Arbeitsplatz und vor umweltbedingten Schadstoffen.“

Erfolgreiche Rauchverbotsvorschriften als Vorbild

Die Autoren des Berichts zitieren als Paradebeispiel das Rahmenübereinkommen der WHO zur Eindämmung des Tabakgebrauchs, das sie als entscheidend für die Senkung des Tabakkonsums durch Steuern, Werbebeschränkungen und andere Maßnahmen zur Bekämpfung und Zurückdrängung des Rauchens bezeichnen, und fordern die Prüfung ähnlicher Konzepte für eine Anwendung auf anderen Gebieten. Nun, da der Tabakkonsum dank eines starken Engagements der Mitgliedstaaten zurückgeht, kann Krebs dadurch noch weiter zurückgedrängt werden, dass künftig auch Alkoholkonsum, gezuckerte Getränke (die die Entstehung von Adipositas begünstigen) und die Exposition gegenüber berufs- und umweltbedingten Krebsrisiken wie Luftverschmutzung ins Visier genommen werden.

Dr. Gauden Galea, Direktor der Abteilung Nichtübertragbare Krankheiten und Lebensverlauf beim WHO-Regionalbüro für Europa, erklärt: „In unserer Region haben wir viele hervorragende Beispiele für gesetzliche Bestimmungen, die sich positiv auf die Zahl der Krebserkrankungen auswirken, und wir haben bei der Bekämpfung des Tabakgebrauchs große Erfolge gesehen. Wenn es uns jetzt gelingt, dieselbe Mischung aus evidenzbasierten politischen Konzepten und Entschlossenheit für die Bereiche Adipositas und Alkohol aufzubringen, dann können wir viele Tausende Menschenleben retten.“
In dem Bericht wird auch die Bedeutung von Früherkennung, Diagnostik und Therapie anerkannt. Doch auch wenn die Autoren den Wert von Früherkennungs- und Therapieprogrammen hervorheben, so warnen sie doch davor, sich einseitig auf Gesundheitsförderungsmaßnahmen zu verlassen.
Der Bericht wird vom Internationalen Krebsforschungszentrum, der spezialisierten Krebsforschungseinrichtung der WHO, veröffentlicht.