Die meisten Krebsarten sind keine Frage des Pechs

Das Internationale Krebsforschungszentrum (IARC), die spezialisierte Krebsforschungseinrichtung der WHO, widerspricht heftig der Schlussfolgerung eines von Dr. Cristian Tomasetti und Dr. Bert Vogelstein am 2. Januar 2015 im Fachjournal „Science“ veröffentlichten wissenschaftlichen Berichts über die Ursachen von Krebs beim Menschen, der in den Medien reges Interesse fand.

In der Studie wird die Ansicht vertreten, dass zufällige Mutationen („Pech“) die häufigste Ursache von Krebs überhaupt und damit oftmals wichtiger als erbliche Faktoren oder äußere Umwelteinflüsse sind.

„Wir wussten bereits, dass bei der Entstehung bestimmter Krebsarten bei einzelnen Personen der Zufall eine gewisse Rolle spielt, doch sagt dies wenig über das Ausmaß des Krebsrisikos in einer Bevölkerung aus“, erklärt der Leiter des IARC, Dr. Christopher Wild. „Die Schlussfolgerung, dass Pech die Hauptursache für Krebs ist, wäre irreführend und würde wohl von den Bemühungen um Ermittlung der Ursachen der Krankheit und um wirksame Prävention ablenken.“

Nach dem gegenwärtigen Wissensstand könnten fast die Hälfte aller Krebsfälle weltweit vermieden werden.