Estnische Lebensmittelhersteller wollen weniger Salz verwenden

WHO/Joao Breda

Foto: WHO/Joao Breda

Das Regionalbüro für Europa und das estnische Institut für die nationale Gesundheitsentwicklung haben am 8. Februar 2013 einen Workshop über die Reduzierung von Salz und anderen Zusätzen in der Lebensmittelverarbeitung veranstaltet. Estnische Lebensmittelhersteller sowie Gesundheitsexperten aus Estland, Lettland und Montenegro beteiligten sich an dem Workshop, der ein Zeichen für weniger Salz in der Lebensmittelverarbeitung sowie für die Notwendigkeit einer weiteren Zusammenarbeit in diesem Bereich setzte.

Einige Länder der Region haben bereits im Rahmen des Aktionsplans zur Umsetzung der Europäischen Strategie zur Prävention und Bekämpfung nichtübertragbarer Krankheiten (2012–2016) wirksame Konzepte zur Verringerung des Salzgehalts in Lebensmitteln verwirklicht. Bei der Veranstaltung nannten Fachleute aus den Niederlanden und der Schweiz Beispiele einer erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen Lebensmittelindustrie und öffentlicher Hand, in der es gelang, den Salzgehalt verarbeiteter Lebensmittel zu reduzieren. Estnische Hersteller berichteten von eigenen Erfahrungen und bewährten Praktiken.

Auswirkung auf die Gesundheit

„Es wird international anerkannt, dass die Reduzierung der Salzzufuhr eine Priorität der Prävention kardiovaskulärer Erkrankungen sein sollte“, sagte die Leiterin des WHO-Länderbüros in Estland, Marge Reinap.

Laut der Leiterin der Abteilung für die Prävention nichtübertragbarer Krankheiten des estnischen Instituts für Gesundheitsentwicklung Anneli Sammel ist es wichtig, den Salzkonsum zu verringern, weil die Wissenschaft langfristige gesundheitliche Wirkungen wie Bluthochdruck und ein erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen und Schlaganfälle nachgewiesen habe.

„Rund 80% unserer täglichen Salzzufuhr erfolgt durch verarbeitete Lebensmittel wie Brot, Käse und Wurst. Daher reicht es nicht, weniger Salz zum Kochen und Würzen zu verwenden. Damit der Salzkonsum der Bevölkerung insgesamt zurückgeht, muss die Anwendung von Salz in der gesamten Lebensmittelherstellung verringert werden“, führte Frau Sammel aus.

Befragung der Hersteller zur derzeitigen Praxis

Vor dem Workshop war ein kurzer Fragebogen an estnische Lebensmittelhersteller gegeben und anonym ausgewertet worden, um eine Übersicht über den aktuellen Stand der Entwicklung zu gewinnen. Von den 30 Herstellern, die den Fragebogen ausfüllten, gaben 12 an, der Reduzierung von Salz in ihrer Produktentwicklung Aufmerksamkeit zu zollen. Die Hersteller nannten Verbraucherwünsche und technologische Entwicklungen in der Produktion als Haupthindernisse auf dem Weg zur Salzreduktion.