Katastrophen können zu Reform der Psychiatrie führen

Am 19. August, dem Welttag der humanitären Hilfe, stellt die WHO einen Bericht zur Verbesserung psychiatrischer Dienste im Anschluss an Katastrophen vor. Der Bericht unter der Überschrift „Besser als zuvor – nachhaltige psychiatrische Versorgung im Anschluss an Katastrophen“ zeigt, dass Katastrophen trotz ihrer Tragik und Negativwirkung auf die psychische Gesundheit auch Chancen zur Umgestaltung der psychosozialen Versorgung und damit zur Verbesserung des Lebens vieler Menschen bieten können.

Der Bericht enthält Empfehlungen für die Modernisierung des Psychiatriewesens nach Katastrophen mit Beispielen aus der ganzen Welt. In der Europäischen Region der WHO befasst sich der Bericht mit der Umgestaltung der Psychiatrie in der von den Vereinten Nationen verwalteten Provinz Kosovo (gemäß Resolution 1244 (1999)) des Sicherheitsrates). Nach den gewalttätigen Konflikten der 1990er Jahre wurde dort eine Sonderarbeitsgruppe Psychiatrie gebildet, die einen strategischen Plan für psychische Gesundheit formulierte. Dieser Plan betonte den Ausbau der gemeindenahen psychosozialen Einrichtungen im Gegensatz zur früher üblichen Konzentration auf stationäre Versorgung. Heute gibt es in jeder der sieben Regionen der Provinz eine Reihe von gemeindenahen psychosozialen Angeboten und die Reform schreitet allen Widrigkeiten zum Trotz voran.