Junge Menschen und psychische Gesundheit in einer sich wandelnden Welt – Welttag für psychische Gesundheit 2018

Malin Bring

Am 10. Oktober wird alljährlich der Welttag für psychische Gesundheit begangen, um weltweit das Bewusstsein für psychische Probleme zu schärfen und zu Überzeugungsarbeit anzuregen. Das diesjährige Thema des Welttags für psychische Gesundheit lautet „Junge Menschen und psychische Gesundheit in einer sich wandelnden Welt“ – ein zentrales Anliegen, wenn man bedenkt, dass jährlich etwa ein Fünftel aller Jugendlichen unter psychischen und verhaltensbezogenen Problemen leiden. Darüber hinaus haben rund die Hälfte aller psychischen Probleme im Erwachsenenleben ihren Ursprung in der Jugend oder schon davor.

Dr. Bente Mikkelsen, Leiterin der Abteilung Nichtübertragbare Krankheiten und Gesundheitsförderung im gesamten Lebensverlauf beim WHO-Regionalbüro für Europa, erklärt: „Es ist wichtig, die jüngeren Generationen zu schützen, denn sie sind die zukünftigen Führungskräfte. Wir brauchen die Jugend an jedem Tisch. Wir brauchen ihre Stimmen, um ihre Zukunft auf die richtige Weise zu gestalten, und dazu ihre Kreativität und Energie, um Veränderungen zu bewirken.“

Mit der Neuerscheinung zweier Berichte des WHO-Regionalbüros für Europa zu den Themen „Gesundheitliche Situation von Kindern und Jugendlichen in der Europäischen Region“ und „Alkoholbedingte Verhaltensweisen bei Jugendlichen: Trends und Ungleichheiten in der Europäischen Region der WHO (2002–2014)“ stehen die Gesundheit und das Wohlbefinden von Jugendlichen sehr weit oben auf der Tagesordnung der Europäischen Region.

Dr. Mikkelsen weist darauf hin, dass „der Bereich der psychischen Gesundheit noch immer missverstanden [wird], doch herrscht zurzeit eine gewisse Dynamik und die höchstmögliche Anerkennung von psychischer Gesundheit.“
Auf der dritten Tagung auf hoher Ebene der Generalversammlung der Vereinten Nationen über die Prävention und Bekämpfung nichtübertragbarer Krankheiten im September 2018 in New York wurde die psychische Gesundheit neben Herz-Kreislauferkrankungen, Krebs, Diabetes und Atemwegserkrankungen als die „fünfte nichtübertragbare Krankheit“ anerkannt.

Die formelle Einbindung der psychischen Gesundheit in die Agenda im Bereich der nichtübertragbaren Krankheiten – sowie ihre Einbindung in die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung im Jahr 2016 – bietet Gelegenheit, gemeinsame Bemühungen um die Hervorhebung der bereits bestehenden engen Verknüpfungen zwischen psychischen Störungen und anderen nichtübertragbaren Krankheiten besser zu planen und zu koordinieren. Hierunter fallen auch Aspekte der Komorbidität in Zusammenhang mit dem Management chronischer Krankheiten im allgemeinen Gesundheitswesen.