Welttag der Suizidprävention – Einbeziehung der Bevölkerung

Andrea Rhein

Der Welttag der Suizidprävention wird jedes Jahr begangen, um Aufmerksamkeit auf die große Zahl vermeidbarer Fälle von Selbstschädigung und Suizid zu lenken. Den neuesten Schätzungen der WHO zur globalen Gesundheit für 2016 zufolge starben in dem Jahr beinahe 800 000 Menschen durch Suizid. Das entspricht 10,8 Suizidfällen je 100 000 Einwohner. Die Suizidrate in der Europäischen Region der WHO ist sogar noch höher: sie liegt bei 13 Suizidfällen je 100 000 Einwohner für beide Geschlechter zusammen und bei mehr als 20 Suizidfällen unter Männern. In den am stärksten betroffenen Ländern in der Region (z. B. Kasachstan, Litauen und die Russische Föderation) liegt die Suizidrate unter Männern bei mehr als 40 Fällen je 100 000 Einwohner.

Die WHO arbeitet gemeinsam mit den Mitgliedstaaten und anderen Partnerorganisationen daran, besser auf diese Herausforderung für das Gesundheitswesen zu reagieren, indem sie die Ausarbeitung und Umsetzung von Strategieplänen zur Suizidprävention unterstützt. Gemäß dem WHO-Atlas für psychische Gesundheit 2017 verfügen mittlerweile knapp über die Hälfte der Mitgliedstaaten in der Europäischen Region über eine konkrete Strategie zur Suizidprävention. Das entspricht einer Steigerung von mehr als 50% seit 2014.

Zur weiteren Unterstützung lokaler Umsetzungsbemühungen hat die WHO ein Instrumentarium zur Einbeziehung der Bevölkerung in die Suizidprävention veröffentlicht, das einen Schritt-für-Schritt-Ratgeber enthält, an dem sich die Gemeinden bei der Umsetzung von Aktivitäten zur Suizidprävention orientieren können. Für eine angemessene kollektive Reaktion auf die Herausforderungen und Folgen bewusster Selbstschädigung aufgrund der vielen sozialen Determinanten für ein solches Verhalten sind die Gemeinden von zentraler Bedeutung. Es ist notwendig, maßgebliche Akteure aus der gesamten Gesellschaft zusammenzubringen, darunter auch solche aus der Zivilgesellschaft und aus zahlreichen staatlichen Ressorts (wie dem Gesundheits- und Sozialwesen und den Ressorts Arbeit und Bildung).