Neuer Bericht fordert bessere Ernährung für Mütter zur Verringerung langfristiger Risiken in Form von nichtübertragbaren Krankheiten und Adipositas für ihre Kinder

State neonatal center “Clinical maternity hospital No1

Gute Ernährung wirkt sich nicht nur auf Wohlbefinden und Gesundheit der Mütter und die Entwicklung ihrer Föten aus, sondern auch auf das langfristige Risiko der Kinder, unter nichtübertragbaren Krankheiten und Adipositas zu leiden, geht aus einem neuen Bericht des Regionalbüros hervor. „Gute Ernährung der Mutter. Der beste Start ins Leben" wurde im Beisein des lettischen Gesundheitsministers während einer Konsultation zum Thema Ernährung der Mütter vorgestellt, die am 27. und 28. Juni 2016 in der lettischen Hauptstadt Riga stattfand.

Der Einfluss guter Ernährung auf die frühkindliche Entwicklung ist zwar schon seit Jahrzehnten anerkannt, doch bietet erst dieser Bericht eine systematische Prüfung neuester Erkenntnisse über den Zusammenhang zwischen der Ernährung der Mutter und der Prävention von Adipositas und nichtübertragbaren Krankheiten. Die Befunde bestätigen, dass der Ernährungszustand einer Mutter – hierunter Übergewicht und Adipositas sowie außergewöhnliche Gewichtszunahme und Diabetes während der Schwangerschaft – sich nicht nur auf die Gesundheit des Kleinkindes, sondern auch auf das Risiko des Kindes auswirken, im Erwachsenenleben unter Adipositas und nichtübertragbaren Krankheiten zu leiden. Die Ernährung der Mütter wirkt sich auf die nächste Generation aus. 

Bekämpfung von nichtübertragbaren Krankheiten und Adipositas durch bessere Ernährung der Mütter

Nichtübertragbare Krankheiten sind in der Europäischen Region der WHO die wichtigste Ursache von Tod und Behinderung. Schon heute wird die gesundheitspolitische Notwendigkeit erkannt, den Epidemien von Adipositas, Diabetes und anderen nichtübertragbaren Krankheiten verstärkt entgegenzutreten: so enthalten das Rahmenkonzept der Europäischen Region „Gesundheit 2020" und das Nachhaltigkeitsziel 3 konkrete Zielvorgaben in Bezug auf nichtübertragbare Krankheiten. 

Die Befunde des Berichts untermauern die Notwendigkeit, Strategien für eine optimale Ernährung der Frauen im reproduktiven Alter zu verwirklichen. Die Erkenntnisse deuten darauf hin, dass so am ehesten positive Auswirkungen auf die Gesundheit und den Abbau gesundheitlicher Ungleichheiten in der kommenden Generation erzielt werden können. 

Leitlinien für die Ernährung von Müttern, Neugeborenen und Säuglingen erforderlich

Der Bericht enthält eine Analyse von Ernährungsempfehlungen der Länder für Mütter, Neugeborene und Säuglinge, die auf die Beantwortung eines Fragebogens durch 51 der 53 Mitgliedstaaten in der Europäischen Region zurückgreift. Er zeigt, dass nicht alle Mitgliedstaaten die Empfehlungen der WHO vollständig übernommen und umgesetzt haben und dass die Standards der Länder für die Gesundheit von Müttern, Kleinkindern und Kindern stark variieren. 

Die WHO-Regionaldirektorin für Europa Dr. Zsuzsanna Jakab betont im Vorwort zum Bericht die Bedeutung der generationsübergreifenden Auswirkungen der Ernährung und „dass dies neue grundsätzliche Herausforderungen sind, die entscheidende Fragen in Bezug auf den Schutz und die Förderung der öffentlichen Gesundheit durch die Ernährung von Mutter und Kleinkind aufwerfen". Daher sind allgemein anerkannte Leitlinien erforderlich, die international zu den besten Praktiken auf diesem Gebiet führen können. Lettland ist das erste Land, das die Leitlinien der Region angepasst an die eigenen Bedürfnisse und Verhältnisse übernimmt.

Bekenntnis zur Gesundheit von Frauen im gesamten Lebensverlauf

Die nationalen Regierungen haben sich dazu bekannt, gesundheitliche Ungleichheiten abzubauen und die Gesundheit von Mutter und Kind zu verbessern. Ihre Zusagen können jedoch nur dann verwirklicht werden, wenn sie kostenwirksame und nachhaltige Maßnahmen zur Förderung der Gesundheit am Lebensanfang ergreifen, hierunter solche zur Förderung einer guten Ernährung der Mutter. Die Auswirkungen werden über Generationen hinweg spürbar sein.

Das Regionalbüro wird dem Regionalkomitee für Europa auf dessen Tagung im September 2016 eine Strategie zur Förderung der Gesundheit von Frauen in der Europäischen Region der WHO (2017–2021) zur Annahme vorlegen. Diese nennt zentrale Handlungsfelder für den Abbau gesundheitlicher Benachteiligungen von Frauen, die sich nicht nur auf reproduktive Gesundheit und Müttergesundheit, sondern auf den gesamten Lebensverlauf beziehen. Der Entwurf eines Aktionsplans zur Förderung der sexuellen und reproduktiven Gesundheit, der 2016 ebenfalls vom Regionalkomitee behandelt wird, enthält konkrete Anregungen, etwa die Verknüpfung der Ernährung der Mütter mit der Gesundheit von Kindern und die Nutzung der Phasen vor der Empfängnis, vor der Geburt und während des Stillens zur Sicherung eines Ansatzes der Gesundheitsversorgung im gesamten Lebensverlauf, wie es auch schon die Erklärung von Minsk über den Lebensverlaufansatz im Kontext von Gesundheit 2020 vorsieht. Das Regionalbüro hat den Entwurf des Aktionsplans als einen Beitrag zur Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung in der Europäischen Region ganz im Sinne der übergeordneten Maxime erarbeitet, dass niemand zurückgelassen werden soll.