Sitzen Sie auch stundenlang in Besprechungen? Schauen Sie sich den neuen Leitfaden der WHO zur Planung gesunder und nachhaltiger Besprechungen an

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„Irgendwie scheinen wir Besprechungen als Ausnahmefall der allgemeinen gesunden Lebensweise anzusehen, um die wir uns bemühen“, sagt Dr. João Breda, Leiter des Europäischen Büros der WHO für die Prävention und Bekämpfung nichtübertragbarer Krankheiten und kommissarischer Leiter des Programms für Ernährung, Bewegung und Adipositas im WHO-Regionalbüro für Europa. „Doch das liegt hauptsächlich daran, dass wir aufgrund der Art wie sie organisiert sind oftmals keine andere Wahl haben. Besprechungen gesünder zu gestalten muss nicht kompliziert oder kostspielig sein – und in vielen Fällen werden sie dadurch sogar viel angenehmer.“

Die WHO veröffentlicht einen neuen Leitfaden für Arbeitgeber und Organisatoren von Besprechungen zur Förderung eines gesünderen Arbeitsumfeldes. Der Leitfaden „Gesunde und nachhaltige Besprechungen planen“, der ursprünglich für die Mitarbeiter der WHO entwickelt wurde, wendet bewährte Grundsätze der Gesundheitsförderung auf Besprechungen und Veranstaltungen an.

Bei Besprechungen verbringt man oft viel Zeit im Sitzen und bewegt sich wenig, man hat wenig Zugang zu frischer Luft und konsumiert in den Kaffeepausen Nahrungsmittel mit hohem Zucker- und Fettgehalt wie Kekse und andere Snacks. Zudem sind ausgehändigte Einwegartikel wie Handouts und Plastikbesteck eine unnötige Belastung für die Umwelt.

Der Leitfaden geht auf vier Hauptelemente einer gesunden und umweltfreundlichen Lebensweise ein: gesunde Ernährung, Bewegung, eine tabakfreie Umgebung und nachhaltige Praktiken. Er bietet konkrete Anregungen, wie sich diese Elemente in die Planung einer Besprechung einbinden lassen, um eine Kultur der Gesundheit, des Wohlbefindens und der Nachhaltigkeit zu schaffen.

„Manchen Teilnehmern mag es sonderbar vorkommen, sich mitten in einer recht formellen Fachbesprechung zu bewegen. Doch wir hatten zu diesen kleinen Pausen eine Menge positives Feedback; man fühlt sich danach wacher, besser und sie helfen sogar, die Diskussion neu auszurichten“, sagt Tina Kiaer, Kommunikationsbeauftragte im WHO-Regionalbüro für Europa.

Der Leitfaden enthält folgende einfache und leicht umzusetzende Ansätze:

  • Stellen Sie sicher, dass frisches Obst und Gemüse die Grundlage der angebotenen Snacks bilden;
  • Reduzieren Sie die Portionsgrößen, um übermäßiges Essen und Essensverschwendung zu verhindern (z. B. indem Backwaren oder belegte Brötchen halbiert werden);
  • Wählen Sie Vollkornprodukte wie Vollkornbrot, Vollkornpasta und braunen Reis;
  • Vermeiden Sie gesüßte Getränke wie Softdrinks und Saftgetränke, bieten Sie stattdessen Wasser an, entweder pur oder ergänzt durch kleingeschnittene frische Früchte, Gemüse oder aromatische Kräuter für zusätzlichen Geschmack;
  • Wählen Sie Produkte mit geringerem Salzgehalt und bitten Sie Caterer, die Salzmengen im Essen zu reduzieren – stattdessen können Kräuter, Gewürze und Säuren (Essig oder Zitronen-/Limettensaft) als Geschmacksstoffe dienen; und
  • Bieten Sie den Teilnehmern ausreichend Gelegenheit sich zu bewegen, indem Sie Bewegungspausen in die Tagesordnung aufnehmen oder während der Mittagspause genug Zeit lassen, damit die Teilnehmer sich bewegen und neu konzentrieren können.

Durch diese und andere positive Veränderungen ermuntert die WHO jeden, das Arbeitsumfeld für alle besser zu gestalten.

Der Leitfaden wurde im Rahmen einer Initiative des Europäischen Büros der WHO für die Prävention und Bekämpfung nichtübertragbarer Krankheiten in Moskau entwickelt und durch freiwillige Beiträge der russischen Regierung finanziert.