Kulinarischer Meisterkurs in Moskau: Gesunde Ernährung kann einfach, günstig und lecker sein

WHO/Marina Bykova

John Warren, Starkoch; Melita Vujnovic, Repräsentantin der WHO in der Russischen Föderation; João Breda, Leiter des Büros für nichtübertragbare Krankheiten; und Olga Oleinik, Büro für nichtübertragbare Krankheiten, stellen einfache und gesunde Rezepte vor.

Um einige der neuen und alten mit gesunder Ernährung verbundenen Missverständnisse auszuräumen, organisierte die WHO zusammen mit dem Gesundheitsministerium der Russischen Föderation eine eher unkonventionelle Veranstaltung in einem Moskauer Park: einen kulinarischen Meisterkurs zu gesunder Ernährung für Vertreter der Medien.

Unter Leitung des berühmten russischen Fernseh- und Starkochs John Warren bereitete ein Team von Experten der WHO und des Gesundheitsministeriums während der am 22. August 2018 im Freien abgehaltenen Veranstaltung ein 3-Gänge-Menü zu. Dieses umfasste eine gesunde Variante einer der traditionellsten russischen Suppen, Borschtsch, sowie einen nährstoffreichen, sättigenden Linsensalat und eine natürlich süße und erfrischende Nachspeise aus Kürbis, Orange und getrockneten Aprikosen. Als Dressing für den Salat wurden fettarmer Joghurt und ein Spritzer Zitrone verwendet.

Ziel der Veranstaltung war es, den Medien zu zeigen, dass gesunde Ernährung auch einfach und günstig sein kann und sich leicht umsetzen lässt, wenn man ein paar einfache, klare Regeln befolgt. Es sollte daher Wissen bereitgestellt werden, dass den Medien helfen kann, ihrem Publikum fundierte und korrekte Gesundheitsinformationen zu vermitteln.

Essgewohnheiten ändern – das geht alle an

Adipositas und Übergewicht, insbesondere bei Jungen im Alter zwischen 11 und 15 Jahren, stellen eines der gravierendsten gesundheitlichen Probleme in der Europäischen Region der WHO dar. „Die Problematik steht in direktem Zusammenhang mit ungesunder Ernährung und fehlender Bewegung. Essgewohnheiten und Esskultur in russischen Familien lassen sich ebenso wie in vielen anderen Ländern in der Europäischen Region nur langsam ändern“, erklärte Dr. Melita Vujnovic, Repräsentantin der WHO in der Russischen Föderation.

In den letzten Jahren haben gesunde Ernährungsweisen zunehmend an Popularität gewonnen. Leider ranken sich um gesunde Ernährung allzu oft Mythen und Halbwahrheiten. Sie hat den unverdienten Ruf, geschmacklos, kompliziert und den Reichen vorbehalten zu sein. „Alle maßgeblichen Akteure, auch der Staat, tragen Verantwortung dafür, gesunde Nahrungsmittel erschwinglicher zu machen“, sagte Dr. João Breda, Leiter des Europäischen Büros der WHO für die Prävention und Bekämpfung nichtübertragbarer Krankheiten. „Natürlich hat jedes Land seine eigenen kulinarischen Traditionen und seine eigene Esskultur. Manche sind gesünder, manche weniger gesund als andere. Die Russische Föderation ist hier keine Ausnahme und die Bevölkerung nimmt noch immer eine große Menge an Salz, Zucker, Transfetten und gesättigten Fetten zu sich. Um dies zu ändern, benötigen wir das Engagement aller maßgeblichen Akteure und einen wesentlichen Beitrag von Familien und Schulen. Doch auch Handlungskonzepte auf verschiedenen Verwaltungsebenen sind wichtig.“

Im Anschluss an den Meisterkurs fand eine Verkostung statt, bei der alle Teilnehmer auch Informationsmaterialien erhielten: eine Broschüre mit den Rezepten der gekochten Gerichte, Ernährungsempfehlungen der WHO und ein tragbares Messgerät zur Berechnung des Body-Mass-Index. An der Veranstaltung nahmen Journalisten von 14 Medienunternehmen teil.

WHO-Empfehlungen für gesunde Ernährung

  • Die Gesamtmenge an Fett in der Ernährung reduzieren, insbesondere von Fetten tierischen Ursprungs, wie etwa Butter und Sahne.
  • Immer die Etiketten lesen. Verweist das Etikett auf „teilweise gehärtete Fette“, enthält das Produkt bestimmte Mengen an Transfetten. Diese sollte man besser vermeiden oder zumindest deren Konsum reduzieren.
  • Die Tagesration an Obst und Gemüse auf mindestens 400 g (5 Portionen am Tag) erhöhen.
  • Höchstens 5 g Salz (1 Teelöffel) pro Tag zu sich nehmen und ausschließlich Jodsalz verwenden.
  • Weniger Zucker essen. Die tägliche Verzehrmenge sollte bei Erwachsenen nicht mehr als 50 g (bzw. etwa 12 gestrichene Teelöffel), bei Kindern nicht mehr als 25 g betragen.