Kopfschmerzen verbreitet, aber vernachlässigt

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In der Europäischen Region der WHO haben über 80% der Erwachsenen (18–65 Jahre) in den vorausgegangenen zwölf Monaten spannungsbedingte Kopfschmerzen und 15% einen Migräneanfall erlebt. Dies geht aus dem „Weltatlas der Kopfschmerzsyndrome und möglicher Gegenmittel (2011)“ hervor, den die WHO zusammen mit der Organisation Lifting the Burden erstellt hat. Dies sind höhere Raten als in allen anderen WHO-Regionen. 3,3% der Erwachsenen in der Region leiden an 15 oder mehr Tagen im Monat an Kopfschmerzen. Trotzdem werden diese Störungen nach wie vor nicht ausreichend wahrgenommen, diagnostiziert und behandelt.

Behandlung von Kopfschmerz

Von den Menschen in der Region, die an Kopfschmerz leiden, behandeln sich 40% selbst, ohne einen Arzt aufzusuchen, was in vielen Fällen auf die längeren Abstände zwischen den Beschwerden zurückzuführen ist. Von den Übrigen suchen 20% den Arzt auf, 20% gehen zum Neurologen und 10% nehmen alternative oder ergänzende Behandlungen in Anspruch.

Es ist wichtig, den Betroffenen zu vermitteln, wie sie ihre Kopfschmerzen ohne unnötige Einnahme von Schmerzmitteln effizient und wirksam behandeln können. Dagegen ist der Anteil derjenigen, die wegen Kopfschmerzen zum Neurologen gehen, deutlich zu hoch und deutet auf Defizite bei der Behandlung von Kopfschmerz im Rahmen der primären Gesundheitsversorgung hin.

Ferner werden in der ärztlichen Grundausbildung nur vier Stunden auf Kopfschmerzbeschwerden verwandt, die jedoch für einen nicht unerheblichen Teil der Arbeit von Ärzten verantwortlich sind. Eine bessere Ausbildung für Gesundheitsfachkräfte hätte eine Verbesserung der Anwendung der verfügbaren Therapien, bessere gesundheitliche Ergebnisse und insgesamt niedrigere Kosten zur Folge.