Welttag der psychischen Gesundheit mit Ausblick auf Depressionen

WHO

Am Welttag der psychischen Gesundheit 2016 erfolgt der Startschuss für eine Kampagne der WHO, die bis zum Welttag 2017 unter dem Motto: „Depressionen: Lass uns drüber reden!“ stehen wird. Obwohl sie gut therapierbar sind, werden immer noch ca. 50% aller schweren Depressionen nicht behandelt. Dabei sind Depressionen für die Gesundheitssysteme in der Europäischen Region der WHO eine große Herausforderung. Hohe persönliche, soziale und ökonomische Kosten und der (trotz kostengünstiger wirksamer Therapieoptionen) große Anteil unbehandelter Menschen zeigen, dass die Bewältigung dieser Herausforderung dringend erforderlich ist.

Das Vereinigte Königreich machte gute Erfahrungen mit der Behandlung von Depressionen durch eine kognitive Verhaltenstherapie, hier Gesprächstherapie gegen Depressionen und Angstzustände, die auch in anderen Ländern effektiv genutzt werden könnte. Es handelt sich hierbei um ein strukturiertes Vorgehen, das die Art und Weise ändert, wie die Menschen denken und handeln und dadurch Angstzustände und Depressionen besser in den Griff bekommen.

Gesprächstherapie in England

2008 erweiterte England das evidenzbasierte Angebot an Gesprächstherapien für Menschen mit Depressionen und Angstzuständen im Rahmen eines umfangreichen Programms des National Health Service für besseren Zugang zu Psychotherapie. 2012 waren im Rahmen dieses Programms bereits mehr als eine Million Menschen behandelt worden und 680 000 von diesen schlossen die Behandlung komplett ab. Die Erfolgsquote unter diesen 680 000 Menschen lag durchgängig über 45%, was aufgrund der Erkenntnislage auch zu erwarten war.

Rund 4000 neue Therapeuten wurden gemäß eines national vereinbarten Curriculums und eines Qualitätssicherungsverfahrens in unterschiedlichen Gesprächstherapietechniken geschult. Es ist umfangreich belegt, dass die Behandlung von Depressionen mit kognitiver Verhaltenstherapie ebenso wirksam ist wie der Einsatz von Antidepressiva.

Die Umsetzung des Programms brachte konkreten ökonomischen Gewinn, denn Beschäftigungsverhältnisse blieben erhalten und mehr als 45 000 Menschen mussten nicht mehr krankgeschrieben werden und entsprechende Leistungen beziehen. Auch gesundheitlich hat sich das Programm gelohnt und der Therapieerfolg stieg von 16% im ersten auf 45% im dritten Jahr der Behandlung an.

Die Finanzierung der Angebote läuft weiter und sie wurden auf Bedürfnisse von Kindern,  Jugendlichen und Menschen mit schweren psychischen sowie nichtübertragbaren Erkrankungen wie Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen ausgeweitet