Gespräch über verstärkte Partnerschaft mit dem Globalen Fonds

23. Juli 2010
 
Am 12. Juli fand am Sitz des Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria in Genf ein Treffen zwischen der WHO-Regionaldirektorin für Europa, Zsuzsanna Jakab, und dem Exekutivdirektor des Globalen Fonds, Professor Michel Kazatchkine, statt.
 
Bei diesem Treffen wurden verschiedene Bereiche der strategischen Zusammenarbeit erörtert. Insbesondere ging es um die Frage, wie der Grundsatz der Partnerschaft, der eine zentrale Priorität des Globalen Fonds und des WHO-Regionalbüros für Europa bildet, gestärkt werden kann. Beiden Einrichtungen ist daran gelegen, die bisherige enge Zusammenarbeit sowohl auf regionaler als auch auf Länderebene zu intensivieren. Ziel ist es, die Regierungen und die Einrichtungen der Zivilgesellschaft sowie den privaten Sektor und die betroffenen Gemeinschaften zu mobilisieren und dazu zu bewegen, die nationalen Akteure bei der verstärkten Bekämpfung von HIV, Tuberkulose (Tb) und Malaria in der Europäischen Region der WHO zu unterstützen. Eine verstärkte Partnerschaft wird auch dazu beitragen, die gesundheitsbezogenen Millenniums-Entwicklungsziele (MZ) schneller zu realisieren.
 
Bei dem Gespräch ging es auch um die wichtige Frage, wie die Europäische Region ihre Fortschritte bei der Bekämpfung von HIV beibehalten kann. Aufgrund der großen Zahl von Neuinfektionen weist die Region nach wie vor eine hohe HIV-Prävalenz auf. Beide Gesprächspartner waren sich einig, dass evidenzbasierte Maßnahmen, die Prävention, Therapie, Pflege und Unterstützung für die am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen gewährleisten, gefördert werden müssen und die antiretrovirale Behandlung weiter ausgebaut werden muss.
 
Tb – insbesondere multiresistente Tb (MDR-Tb) – wurde als zentrale Herausforderung identifiziert, für deren Bewältigung sich die WHO und der Globale Fonds in der gesamten Europäischen Region gemeinsam stark machen müssen. Von den 27 Ländern, die weltweit die höchste MDR-Tb-Rate aufweisen, befinden sich 15 Länder in der Europäischen Region.
 
Des Weiteren wäre es möglich, die Region von Malaria und der damit verbundenen Gefahr für die öffentliche Gesundheit zu befreien, wenn man die fachliche Beteiligung von Partnern wie der WHO mit der finanziellen Unterstützung des Globalen Fonds verbinden würde.
 
Beide Gesprächspartner waren sich einig, dass die Erarbeitung von Konzepten für den Umgang mit den drei Krankheiten die Chance bietet, die Stärkung der Gesundheitssysteme noch mehr voranzutreiben. Weitere Gesprächsthemen waren die Stärkung der länderbezogenen Koordinierungsmechanismen (CCM, Country Coordinating Mechanism), die fachliche Unterstützung und die gemeinsame Überzeugungsarbeit. Zsuzsanna Jakab verwies außerdem auf die seitens der WHO bestehende Sorge, dass viele osteuropäische und zentralasiatische Länder, die von einer hohen MDR-Tb-Belastung betroffen seien, möglicherweise keinen Anspruch mehr auf die Ressourcen des Globalen Fonds hätten.
 
In Anerkennung der Tatsache, dass sowohl Geber- als auch Empfängerländer des Globalen Fonds zur Europäischen Region der WHO zählen, betonten Professor Kazatchkine und Zsuzsanna Jakab, es sei von entscheidender Bedeutung, die finanziellen Ressourcen der Industrie- und Schwellenländer der Region zu mobilisieren und den Globalen Fonds für 2011–2013 wieder voll auszustatten.
 
Die Gesprächspartner sicherten sich zu, an den regelmäßigen Tagungen der jeweiligen Partnerorganisation teilzunehmen. Die nächsten Treffen sind die Sitzung des WHO-Regionalkomitees für Europa in Moskau im September 2010 und das Board Meeting des Globalen Fonds in Sofia im Dezember 2010.