Besserer Zugang zu sicherem Wasser in Europa

09. February 2010

Die Versorgung der Haushalte mit sicherem Trinkwasser, der Ausbau der Kanalisation und sichere Badegewässer sind in der gesamten Europäischen Region weiterhin ein relevantes Thema. Die Überwachung der durch Wasser übertragenen Krankheiten muss ausgeweitet und verbessert werden, denn noch entstehen die meisten Ausbrüche unbemerkt, wie neueste Daten zeigen.

Sicheres Trinkwasser

Generell hat sich der Zugang der Haushalte zu sicherem Wasser verbessert. Seit 1990 haben 20 der 48 beobachteten Länder hier Fortschritte erzielt, in 22 Ländern hat sich nichts geändert und in 6 Ländern hat sich der Zugang zu sicherem Wasser verschlechtert. In Belarus hat sich die Lage stark gebessert: Zwischen 1990 und 2006 ist der Anteil der Haushalte mit Zugang zu sicherem Wasser in ländlichen Gebieten von 34% auf 68% gestiegen.

Ausdehnung der Kanalisation

Zwischen den Ländern sowie zwischen Stadt und Land bestehen noch große Unterschiede in Bezug auf den Anschluss der Haushalte an Abwassersysteme, wenngleich deren Ausbreitung allgemein zugenommen hat. In den nordischen und einigen weiteren nordeuropäischen Ländern mit entsprechend langer Tradition wird das Abwasser von über 85% der Bevölkerung durch Kläranlagen geleitet. In Südeuropa liegt das Verhältnis zwischen 40 und 60% und in einigen anderen Ländern der Region unter 40%.

Sichere Badegewässer

Eine Analyse von Daten aus Ländern der Europäischen Union (EU) zeigt für den Zeitraum 1990–2007 eine verbesserte Badewasserqualität der Küstengewässer, jedoch eine im Durchschnitt verringerte Qualität des Wassers von Seen und Flüssen.

Wasserqualität beeinflusst die Gesundheit

Die häufigste Krankheitsfolge schlechter Wasserqualität ist Durchfall, der in der Europäischen Region 5,3% aller Todesfälle untern Kindern im Alter von 0 bis 14 Jahren verursacht. Verunreinigtes Trinkwasser verursacht häufig Krankheiten wie Cholera, Typhus, Hepatitis A und Ruhr. Wasser kann durch natürlich vorkommende anorganische Stoffe (wie zum Beispiel Arsen, Radon oder Fluorverbindungen) oder durch menschliche Einwirkung (Blei, Nitrate und Pestizide) verunreinigt werden. Verunreinigtes Badewasser kann schwere Erkrankungen wie Typhus und Leptospirose sowie kleinere Infektionen hervorrufen.

Fünfte Ministerkonferenz Umwelt und Gesundheit

2004 nahm die 4. Ministerkonferenz Umwelt und Gesundheit den Aktionsplan zur Verbesserung von Umwelt und Gesundheit der Kinder in der Europäischen Region der WHO an, der vier vorrangige Ziele umfasst, mit deren Verwirklichung die Belastung der Kinder durch umweltbedingte Erkrankungen verringert werden soll. Das erste Ziel ist die Verhütung und entscheidende Verringerung von Morbidität und Mortalität als Folge von Magendarmerkrankungen und anderen gesundheitlichen Effekten durch angemessene Maßnahmen, die Kindern den Zugang zu sauberem und bezahlbarem Wasser und zu guten sanitären Verhältnissen erleichtern.

Die WHO hat die Fortschritte der Region in Bezug auf diese Ziele beleuchtet. Die Ergebnisse hat das Regionalbüro in einer Reihe von Faktenblättern als Beitrag zur Fünften Ministerkonferenz Umwelt und Gesundheit veröffentlicht, die in Parma vom 10. bis 12. März 2010 stattfindet.