Mehr körperlich aktive Kinder in der Europäischen Region, doch Adipositasraten steigen weiter

19. Februar 2010

Immer mehr Kinder sind körperlich aktiv: So stieg zwischen 2001 und 2005 der An-teil der 11-Jährigen, die mindestens fünfmal pro Woche körperlich aktiv waren, bei Jungen um 6% und bei Mädchen um 10%. Trotzdem haben in der Europäischen Region viele junge Menschen, insbesondere Mädchen, nicht genügend Bewegung, und die körperliche Aktivität nimmt im Laufe des Lebens sogar noch ab.

Bewegung ist nicht nur für die körperliche Gesundheit und Fitness von Kindern wichtig, sondern hat auch Auswirkungen auf ihre psychische Gesundheit und ihren Schulerfolg. Darüber hinaus trägt sie dazu bei, gesunde Verhaltensmuster zu begründen, die sich oft im Erwachsenenalter fortsetzen.

Adipositas im Kindesalter

In den meisten Ländern steigen die Raten von Übergewicht und Adipositas; dies gilt in besonderem Maße für diejenigen Länder, in denen sie 2001 noch relativ niedrig lagen. In der Regel sind die Raten bei Jungen höher als bei Mädchen: So sind durch-schnittlich 16% der 11-jährigen Jungen in der Europäischen Region übergewichtig, bei den Mädchen sind es nur 12%. Von den 31 untersuchten Ländern verzeichneten im Untersuchungszeitraum (2002-2006) nur Deutschland, Frankreich, Österreich und das Vereinigte Königreich (England) rückläufige Raten von Übergewicht und Adipo-sitas bei Jungen wie Mädchen.

Bewegungsfreundliche Umfelder

Um die Trends in Bezug auf Adipositas in der Region abzuwenden bzw. umzukehren, sind verstärkte Anstrengungen erforderlich. Neben Maßnahmen, die auf die Ernäh-rung abzielen, bietet auch die Schaffung von bewegungsfreundlichen Umfeldern umfangreiche gesundheitliche Vorteile.

Zu den Maßnahmen für eine bedarfsgerechte Städteplanung und nachhaltige Ver-kehrssysteme gehören die Förderung der Schaffung von Grünflächen, verkehrsberu-higten Zonen, Radwegnetzen und sicheren Spielflächen. Sie können dazu beitragen, die Bedenken der Eltern gegen Zufußgehen oder Radfahren zur Schule zu zerstreuen und so Bewegung zu einem festen Bestandteil des Alltags ihrer Kinder zu machen.

Fünfte Ministerkonferenz Umwelt und Gesundheit

2004 nahm die Vierte Ministerkonferenz Umwelt und Gesundheit den Aktionsplan zur Verbesserung von Umwelt und Gesundheit der Kinder in der Europäischen Regi-on der WHO (CEHAPE) an, der vier vorrangige Ziele umfasst, mit deren Verwirkli-chung die Belastung der Kinder durch umweltbedingte Erkrankungen verringert wer-den soll. So beinhaltet das zweite Ziel u. a. die Gewährleistung sicherer Rahmenbe-dingungen, die es den Kindern auch erleichtern, sich mehr zu bewegen.

Die WHO hat die Fortschritte der Region in Bezug auf diese vorrangigen Ziele unter-sucht. Die Ergebnisse hat das Regionalbüro in einer Reihe von Faktenblättern als Bei-trag zur Fünften Ministerkonferenz Umwelt und Gesundheit veröffentlicht, die vom 10. bis 12. März 2010 in Parma stattfindet.