Nichtübertragbare Krankheiten auf der globalen gesundheitspolitischen Agenda

Alexey Morozov

Am 28. und 29. April 2011 fand in Moskau die erste globale Ministerkonferenz über gesunde Lebensführung und die Bekämpfung nichtübertragbarer Krankheiten statt. Im Vorfeld der Konferenz hatten die Delegationen aus der Europäischen Region auf einer Sitzung die Herausforderungen für die Europäische Region auf diesem Gebiet erörtert und über mögliche Lösungen beraten.

In dieser Sitzung erklärte Zsuzsanna Jakab, WHO-Regionaldirektorin für Europa, nichtübertragbare Krankheiten stellten nicht nur für die Gesundheitspolitik ein Problem dar, sondern seien auch aus wirtschafts- und entwicklungspolitischer Sicht von Bedeutung: „Sie sind ein weltweites Problem, für das nationale Lösungen gefunden werden müssen. Benötigt wird eine Mischung aus Krankheitsprävention und Krankheitsmanagement. Die Lösungskonzepte müssen die gesamte Gesellschaft einbeziehen und erfordern die Umsetzung eines Pakets kosteneffektiver Maßnahmen in Verbindung mit einer Stärkung der Gesundheitssysteme.“

Frau Jakab begrüßte die „wachsende Zustimmung in der Europäischen Region für ein besser abgestimmtes Konzept zur Bekämpfung nichtübertragbarer Krankheiten“ und appellierte an die Gesundheitsministerien, in ihre Beratungen auch die Außenministerien und andere Dienststellen einzubeziehen.

Die Länder der Europäischen Region der WHO erörterten den Bericht über eine Konsultation, die im November 2010 in Oslo stattgefunden hatte. Dabei lautete die zentrale Frage, ob eine gesonderte Erklärung erforderlich sei, in der die spezifischen Probleme und Bedürfnisse der Europäischen Region der WHO explizit hervorgehoben werden. Hierüber herrschten geteilte Meinungen, und es bestand allgemein die Auffassung, dass zur Klärung dieser Frage noch weiterer Diskussionsbedarf innerhalb der nationalen Regierungen bestehe. Es wurde vereinbart, diese Diskussion auf der Weltgesundheitsversammlung im Mai fortzusetzen. Dabei sollen die Mitgliedstaaten aus der Europäischen Region in einer gesonderten Sitzung darüber entscheiden, welchen Beitrag die Region zu der Tagung auf hoher Ebene der Vereinten Nationen über die Prävention und Bekämpfung nichtübertragbarer Krankheiten leisten soll, die am 19. und 20. September in New York stattfinden wird.