Fachtagung über Gesundheit im Strafvollzug in Europa und die Rolle internationaler Organisationen

27. Mai 2014, Straßburg, Frankreich

Um mögliche Synergieeffekte und Kooperationen zwischen Organisationen ermitteln und Wege zur Erleichterung der weiteren Einbeziehung der Gesundheitsministerien in die Gesundheitsversorgung von Häftlingen bestimmen zu können, organisieren das WHO-Regionalbüro für Europa und die Pompidou-Gruppe des Europarates gemeinsam eine Fachtagung über Gesundheit im Strafvollzug in Europa, die sich mit Auftrag, Aufgaben und Zuständigkeiten internationaler Organisationen auf diesem Gebiet befassen soll.

Die Tagung findet am 27. Mai 2014 in den Räumlichkeiten des Europarates in Straßburg statt. Als Teilnehmer werden hochrangige Vertreter internationaler Organisationen, die sich mit dem Thema Gesundheit im Strafvollzug befassen, erwartet. Sie sollen:

  1. eine Bestandsaufnahme der gegenwärtigen institutionellen Landschaft im Bereich Strafvollzug und Gesundheit in der Europäischen Region vornehmen;
  2. der Frage nachgehen, wie die Gesundheitsbehörden zu einem stärkeren Engagement für die Gesundheit von Häftlingen veranlasst werden können.

Hochrangige Vertreter des Regionalbüros und der Pompidou-Gruppe sowie nachstehend genannter Akteure werden einander über Auftrag, Aufgaben und Zuständigkeiten ihrer Organisationen im Bereich Strafvollzug und Gesundheit informieren. Die weiteren Beteiligten sind:

  • andere Gremien bzw. Dienststellen des Europarates: der Rat für strafrechtliche Zusammenarbeit, das Referat für strafrechtliche Zusammenarbeit, die Generaldirektion für Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit, das Europäische Komitee für die Verhinderung von Folter und unmenschlicher oder entwürdigender Behandlung oder Bestrafung und der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte;
  • Health without Barriers – the European Federation for Prison Health;
  • die Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht;
  • die Europäische Organisation der Justizvollzugsanstalten (Europris);
  • das Internationale Komitee vom Roten Kreuz;
  • das Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung.

Hintergrund

Die gesundheitliche Situation von Häftlingen ist nahezu immer schlechter als die der Allgemeinbevölkerung. Die Krankheitsrisiken sind meist in Haftanstalten erheblich höher als in der Allgemeinbevölkerung, und die Situation in Haftanstalten kann Auswirkungen auf die Krankheitslast in der Bevölkerung haben. Dies macht ein besonderes Maß an Effizienz in der Präventionsarbeit und Gesundheitsversorgung im Strafvollzug erforderlich. Dennoch werden Haftanstalten häufig nicht den gesundheitlichen Bedürfnissen der Insassen gerecht.