Sommerschule 2014 des Observatoriums in Venedig. Arzneimittelpolitik überdenken: Entscheidungsoptimierung in unsicheren Zeiten

6.–12. Juli 2014, Venedig, Italien

Hintergrund

Steigende Arzneimittelkosten stellen Entscheidungsträger in den meisten Mitgliedstaaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und in vielen Schwellenländern vor große Herausforderungen in Bezug auf die Nachhaltigkeit ihrer Politik. Für sie stellen sich unter anderem folgende Fragen:

  • Wie lassen sich neue Technologien finanzieren und wer profitiert davon?
  • Welche Investition ist unter verschiedenen Bedingungen ihr Geld wert und wie lässt sich das objektiv bestimmen?
  • Welche Erkenntnisse können eine Leistung begründen und wie lassen sich Entscheidungen zur Kostenerstattung am besten strukturieren?
  • Wie lässt sich die Ungewissheit über den Wert neuer Medizintechnik in den Griff bekommen?
  • Werden Nachahmerpräparate sinnvoll eingesetzt, um den Nutzen neuer Technologien zu optimieren?

Die Sommerschule besteht aus einem sechstägigen Kursus, in dessen Verlauf regulärer Unterricht mit Beiträgen der Teilnehmer, runden Tischen, Podiumsdiskussionen und Gruppenarbeit wechselt. Neueste Erkenntnisse werden genutzt und ein multidisziplinäres Team aus Experten ermöglicht Einblicke in die Arbeit führender internationaler Organisationen wie WHO, Europäische Kommission sowie maßgebliche Fachorganisationen und nichtstaatliche Organisationen. Die Veranstaltung wird vom Europäischen Observatorium für Gesundheitssysteme und Gesundheitspolitik in Partnerschaft mit der Region Veneto (Italien) durchgeführt.

Ziele

Die Sommerschule wird auf Kenntnissen und Erfahrungen der Teilnehmenden in Arzneimittelpolitik und Versorgungsentscheidungen aufbauen und die neuesten Erkenntnisse und Entwicklungen berücksichtigen:

  • um über den aktuellen Stand neuartiger Strategien zur Entscheidungsoptimierung in der Arzneimittelpolitik zu informieren,
  • um hierfür einen umfangreichen Erkenntnisschatz in einer Reihe konkreter Optionen zu nutzen, was die Bewertung neuer Gesundheitstechnologien und das gemeinsame Tragen der Risiken angeht, die mit neuartigen Therapien und der Bereitstellung nicht patentierter Arzneimittel entstehen,
  • um die Grundsatzoptionen auf ihre Praktikabilität abzuklopfen, wobei finanzielle, infrastrukturelle und technologische Barrieren in verschiedenen Umfeldern berücksichtigt werden,
  • um angesichts finanzieller Engpässe praktische Lehren für eine Konzeption und Realisierung besserer Entscheidungen zugunsten der Bevölkerungsgesundheit zu ziehen.

Teilnehmerkreis

Die Sommerschule richtet sich in erster Linie an Entscheidungsträger der mittleren bis gehobenen Führungsebene sowie an Nachwuchskräfte. Die Teilnehmer sollten in einer Einrichtung arbeiten, in der Entscheidungen getroffen oder Gutachten erstellt werden (staatliche oder nichtstaatliche Einrichtung, Gesundheitsinstitut, Versicherungsvorstand, Aufsichtsbehörde Fachverband usw.) und die sich auf subnationaler, nationaler oder regionaler Ebene mit Grundsatz- und Leitungsfragen beschäftigt. 2014 richtet sich die Sommerschule insbesondere an:

  • nationale und regionale Gesundheitspolitiker, die ein besseres Verständnis von der Leistung der Gesundheitssysteme und den Konsequenzen für die Politik gewinnen möchten,
  • Gesundheitsfachleute mit Zuständigkeit für Leistungsbewertung und Steigerung der Leistungsfähigkeit der Gesundheitssysteme in Theorie und Praxis.

Bewerbungen werden aus allen 53 Mitgliedstaaten der Europäischen Region der WHO angenommen und das Programm wird an den Teilnehmerkreis angepasst werden. Sollten freie Plätze übrig bleiben, werden auch Teilnehmende aus anderen Regionen in Betracht gezogen.