Fachkonsultation zum Thema Gesundheitserziehung in den Ländern Osteuropas und Zentralasiens

Istanbul, 16.–18. Februar 2015

Hartnäckige Vorurteile in Bezug auf die Sexualität junger Menschen stehen der sich ausbreitenden Erkenntnis im Weg, dass eine umfassende Aufklärung über sexuelle und reproduktive Gesundheit ein wesentliches Element von Programmen für Gesundheitserziehung ist. In der gesamten Europäischen Region der WHO haben Elemente einer derartigen umfassenden Erziehung Eingang in die Lehrpläne gefunden, doch bestehende Vorurteile haben zu beträchtlichen Unterschieden zwischen den Ländern in Bezug auf Ansätze, Inhalte und Umfang der Programme für Gesundheitserziehung geführt.

Um den zuständigen nationalen Behörden bei der Ausarbeitung und Verbesserung umfassender Programme zur Förderung der reproduktiven und sexuellen Gesundheit unter die Arme zu greifen, wurden eine Reihe international vereinbarter Normen und Leitlinien entwickelt. In den Leitlinien finden sich die den wirksamen Konzepten und Programmen auf diesem Gebiet zugrunde liegenden zentralen Prinzipien und werden namentlich folgende Elemente hervorgehoben:

  • Einführung eines Lebensverlaufansatzes
  • Verwendung eines evidenzgeleiteten Ansatzes
  • Förderung starker Partnerschaften und einer ressortübergreifenden Kooperation
  • Einführung eines rechtebasierten Ansatzes.

Zielsetzung und Einzelziele

Experten aus nationalen Ministerien, nationalen und internationalen Organisationen der Zivilgesellschaft, zwischenstaatlichen Organisationen und Organisationen der Vereinten Nationen werden im Februar auf einer Tagung in Istanbul folgende Fragen erörtern:

  • Wie steht es gegenwärtig um die Gesundheitserziehung in den Ländern Osteuropas und Zentralasiens? Was wurde bisher erreicht, und wo liegen die neuen Problemfelder (z. B. geschlechtsspezifische Gewalt in der Schule, homophobes Mobbing)?
  • Über welche Erfahrungen verfügen die Länder mit der Einrichtung bzw. Ausweitung der Gesundheitserziehung auf der nationalen Ebene?
  • Gibt es Programme, die sich auf ganzheitliche Weise mit der sexuellen und reproduktiven Gesundheit von Jugendlichen befassen?
  • Wo liegen die Lücken in den Gesundheitserziehungsprogrammen, und wie lassen sich diese Programme im Einklang mit internationalen Standards ausweiten und stärken?
  • Wie können junge Menschen am wirksamsten durch das Internet und die sozialen Medien erreicht und in Diskussionen über ihre sexuelle und reproduktive Gesundheit und ihre damit verbundenen Rechte eingebunden werden?
  • Wie können internationale Organisationen und Partnerorganisationen in der Entwicklungszusammenarbeit den Ländern wirksamer behilflich sein?