Konsultation mit Organisationen der Vereinten Nationen und anderen internationalen Organisationen über eine Strategie und einen Aktionsplan für die Gesundheit von Flüchtlingen und Migranten in der Europäischen Region

Kopenhagen, 14. April 2016

Das WHO-Regionalbüro für Europa arbeitet derzeit eine Strategie und einen Aktionsplan für die Gesundheit von Flüchtlingen und Migranten in der Europäischen Region sowie einen dazu gehörigen Resolutionsentwurf aus. Diese Dokumente, die auf Wunsch des Ständigen Ausschusses des Regionalkomitees für Europa (SCRC) erstellt werden, sollen nach einer Reihe von Online-Diskussionen und Fachtagungen der 66. Tagung des WHO-Regionalkomitees für Europa im September 2016 zur Prüfung vorgelegt werden.

In diesem Zusammenhang organisiert das Regionalbüro für Europa eine Konsultation mit Organisationen der Vereinten Nationen und anderen im Bereich Migration und Gesundheit tätigen internationalen Organisationen.

Die wichtigsten Ziele der Konsultation sind: 

  • Vorstellung des Entwurfs der Strategie und des Aktionsplans für die Gesundheit von Flüchtlingen und Migranten in der Europäischen Region;
  • Erörterung der Aktivitäten jeder der beteiligten internationalen Organisationen im Bereich Migration und Gesundheit in der Europäischen Region;
  • Bestimmung gemeinsamer Ziele und Erörterung möglicher Synergieeffekte und gemeinsamer Initiativen zur Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Organisationen der Vereinten Nationen und anderen internationalen Organisationen zur Unterstützung der Strategie und des Aktionsplans.

Hintergrund

Im Laufe des Jahres 2015 sind über eine Million Flüchtlinge und Migranten in den Ländern der Europäischen Region angekommen, und über 3700 Personen wurden als ertrunken oder auf See vermisst gemeldet. Darüber hinaus leben über 2 Mio. Flüchtlinge und Migranten in der Türkei, die mehr Flüchtlinge aufgenommen hat als jedes andere Land der Welt. In der Europäischen Region leben nach Schätzungen etwa 73 Mio. Migranten, die nahezu 8% ihrer Gesamtbevölkerung ausmachen. Die Migration hat kurz-, mittel- und langfristige Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit. Dies gilt sowohl für die Vertriebenen als auch für die Bevölkerung in ihren Herkunfts-, Durchgangs- und Zielländern. Zu den zentralen Themen auf der Tagesordnung gehören die Bewältigung übertragbarer und nichtübertragbarer Krankheiten, die psychische Gesundheit, die Gesundheit von Familien und Kindern sowie der Themenkomplex Gesundheitsinformationen.

Auf der Hochrangigen Tagung über die Gesundheit von Flüchtlingen und Migranten, die am 23. und 24. November 2015 in Rom stattfand und die vom Regionalbüro für Europa zusammen mit dem italienischen Gesundheitsministerium organisiert wurde, kam es zu einer umfassenden Diskussion über einen Rahmen für eine geregelte Zusammenarbeit zur Bewältigung der gesundheitlichen Bedürfnisse der Flüchtlinge und Migranten sowie der Folgen der Migration für die öffentliche Gesundheit. An der Tagung nahmen Vertreter aus 50 Ländern der WHO-Regionen Afrika, Östlicher Mittelmeerraum und Europa sowie Experten aus den Regionalbüros für Europa, Afrika und den östlichen Mittelmeerraum und von anderen Organisationen der Vereinten Nationen und sonstigen internationalen Organisationen teil. Die Ergebnisse der Beratungen werden in dem Abschlussdokument mit dem Titel „Ausweitung der gesundheitlichen Maßnahmen für Migranten und Flüchtlinge" veröffentlicht. Auf der Tagung einigten sich die Länder der Europäischen Region auf die Ausarbeitung eines gemeinsamen Handlungsrahmens und erörterten die Bedeutung einer Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen Organisationen der Vereinten Nationen und anderen internationalen Organisationen im Bereich Migration und Gesundheit, wie sie in dem Arbeitsdokument propagiert wird.