Background

Warum ist die Europäische Impfwoche so wichtig?

Die verbreitete Durchführung von Impfprogrammen in den letzten 30 Jahren resultierte in einem drastischen Rückgang der Zahl der Erkrankungen und der Sterbefälle infolge durch Impfungen vermeidbarer Krankheiten. Die Europäische Region der WHO wurde 2002 als poliofrei zertifiziert, und im vergangenen Jahrzehnt ist die Zahl der Masernfälle in der Region um mehr als 90% zurückgegangen.

Dennoch muss mehr getan werden. Fast 650.000 Kinder in der Europäischen Region erhalten nicht die erste Dosis des Masernimpfstoffes, um die Bedingungen für den grundlegenden Impfschutz zu erfüllen, und anfällige Bevölkerungsgruppen gibt es in allen Ländern. Paradoxerweise kann der Umstand, dass viele Infektionskrankheiten durch Impfungen selten oder so gut wie unbekannt geworden sind, Eltern und Gesundheitspersonal zu der Einschätzung verleiten, dass Impfstoffe nicht länger benötigt werden. Dies kann das Vertrauen der Öffentlichkeit in Impfstoffe anfällig für den Einfluss von Gruppen und Websites machen, die Impfungen ablehnend gegenüberstehen. 

Impfungen müssen weiterhin unvermindert politisch unterstützt werden, oder die Region riskiert, dass hochansteckende Krankheiten wieder auftreten, die Leiden, Behinderungen sowie Todesfälle verursachenund Gesundheitssysteme sowie Eltern großen Belastungen aussetzen. Neuere Ausbrüche unterstreichen die regionale Verantwortung dafür, durch Impfungen vermeidbare Krankheiten unter Kontrolle zu bringen. Dieser Verantwortung müssen wir uns alle stellen. 

Impfungen retten jedes Jahr Millionen Menschenleben, und diese Erfolgsgeschichte muss weitergehen. Länder in der gesamten Region müssen dringend zuverlässig, ausgewogen und verständlich über Krankheitsrisiken und die Vorteile von Impfungen informieren. In der Erkenntnis, dass jedes Kind einen gesunden Start ins Leben verdient, können die Länder die zusätzliche Publizität durch die Europäische Impfwoche dazu nutzen, das Bewusstsein über die Wichtigkeit von Impfungen zu schärfen und ihre Impfsysteme zu stärken. 

Wer nimmt teil?

Die Europäische Impfwoche ist eine regionsweite Initiative, die unter der Leitung und Koordinierung des WHO-Regionalbüros für Europa in Zusammenarbeit mit bedeutenden Akteuren in der Region stattfindet. Länder aus der gesamten Region beteiligen sich aktiv an der Europäischen Impfwoche (EIW) und nutzen die Initiative zur Impfförderung durch gezielte Überzeugungs- und Kommunikationsaktivitäten sowie durch die Immunisierung stark gefährdeter Gruppen. Eine Reihe einflussreicher Impfpartner unterstützt die Initiative und hilft Ländern bei der Durchführung von Aktivitäten auf der nationalen und subnationalen Ebene. Zu diesen Partnern zählen Vereinigungen von Gesundheitsfachkräften, nichtstaatliche Organisationen und Organisationen der Zivilgesellschaft.

Was sind die Schwerpunkte?

Mit der Europäischen Impfwoche wird angestrebt, die Bevölkerung darüber aufzuklären, wie wichtig Impfungen sind, und die Impfrate zu erhöhen. Ein besonderer Schwerpunkt sind Aktivitäten zur Einbeziehung anfälliger Bevölkerungsgruppen. Das Motto Vorbeugen – Schützen – Impfen enthält die Kernbotschaft, dass die Impfung jedes Kindes entscheidend dazu beiträgt, Krankheiten vorzubeugen und Leben zu schützen. Während der EIW führt jedes teilnehmende Land Aktivitäten durch, um ausgewählte
Zielgruppen zu informieren und einzubeziehen sowie Widerstände zu überwinden. 

Zu den Beispielen für solche Aktivitäten zählen: 

Für Eltern und Betreuer Veranstaltung von Theater- und Sportveranstaltungen zur Vermittlung der zentralen Botschaften Verbreitung von Informationsmaterialien über den Nutzen von Impfungen Aufsuchende Arbeit und Impfkampagnen für anfällige oder schwer zu erreichende Gruppen

Für Gesundheitsfachkräfte Fortbildungsveranstaltungen für das betreffende Gesundheitspersonal auf lokaler und nationaler Ebene Verbreitung aktualisierter Informationsmaterialien für das Impfpersonal mit Leitfäden und Werkzeugen zur Aufklärung der Eltern über die Wichtigkeit des Impfens 

Für Politiker und Entscheidungsträger Diskussion der Herausforderungen und Informationen über den Nutzen von Impfungen in Workshops mit politischen Entscheidungsträgern; Herstellung von Informationsmaterialien mit einschlägigen Zahlen und Kostenschätzungen, um Entscheidungsträger für die Themen und Probleme im Zusammenhang mit Impfungen zu sensibilisieren.

Für die Medien Pressekonferenzen zur Sensibilisierung der maßgeblichen Medien für die zentralen Impfthemen und zur Schaffung eines positiven Medienklimas für die Bedeutung von Impfungen;  Workshops für Journalisten zur Förderung einer ausgewogenen Mediendarstellung des Impfthemas.