Wissenszentrum für Migration und Gesundheit geht an den Start

Sizilien, 15. November 2016

Der Regionale Gesundheitsrat Siziliens und das WHO-Regionalbüro für Europa werden auf einer Tagung am 15. November 2016 gemeinsam den Startschuss für das Wissenszentrum für Migration und Gesundheit geben, das im Mai 2016 mit finanzieller Unterstützung durch den Regionalen Gesundheitsrat eingerichtet wurde. Darüber hinaus werden die sizilianischen Gesundheitsbehörden einen Überblick über subnationale Gesundheitskonzepte für die betroffenen Migranten geben und einen Lagebericht über aktuelle wie vergangene Maßnahmen im Rahmen des Notfallplans präsentieren, der 2014 mit fachlicher Hilfe durch das Regionalbüro ausgearbeitet wurde.

Zu der Tagung wird ein großer und vielfältiger Teilnehmerkreis aus Fachkräften von inner- und außerhalb des Gesundheitswesens erwartet, die Führungsaufgaben in Bezug auf die Bewältigung der gesundheitlichen Aspekte der Migration haben. Dazu gehören politische Entscheidungsträger auf der regionalen und kommunalen Ebene, Angehörige der Gesundheitsberufe, der Küstenwache und der Polizei, Leiter von Migrationszentren, Vertreter von nichtstaatlichen Organisationen sowie Journalisten.

Auch die WHO-Regionaldirektorin für Europa, Dr. Zsuzsanna Jakab, wird an der Eröffnung des Wissenszentrums teilnehmen. Während ihres Aufenthalts in Sizilien wird Dr. Jakab einige wichtige Ankunftsorte besuchen, darunter den Hotspot in Trapani, wo sie mit Vertretern der örtlichen Behörden und mit vor Ort tätigen Einsatzkräften sprechen wird, die Rettungseinsätze durchführen und sich um die neu angekommenen Migranten kümmern und ihnen Unterkünfte zuteilen.

Hauptziele

Die Veranstaltung dient primär folgenden Zielen:

  • Eröffnung des Wissenszentrums für Migration und Gesundheit und Vorstellung seiner Ziele im Rahmen der Umsetzung der Strategie und des Aktionsplans für die Gesundheit von Flüchtlingen und Migranten in der Europäischen Region der WHO;
  • Schilderung der aktuellen und der vergangenen Zusammenarbeit zwischen dem WHO-Regionalbüro für Europa und den regionalen Gesundheitsbehörden in Sizilien bei der Bewältigung der Auswirkungen großer Migrationsströme auf die öffentliche Gesundheit.

Hintergrund: Wissenszentrum für Migration und Gesundheit

Das Wissenszentrum für Migration und Gesundheit ist die Antwort auf die Notwendigkeit, eine Bildungseinrichtung zu schaffen, die sich speziell mit Fragen der grenzüberschreitenden Migration und ihrer Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit in der Europäischen Region der WHO befasst. Es soll als Forum für wissenschaftlichen Austausch und Kapazitätsaufbau dienen, das die Entwicklung bzw. Verbesserung staatlicher Konzepte und Interventionen zur Bewältigung der gesundheitlichen Bedürfnisse von Migranten sowie der Folgen der Migration für die öffentliche Gesundheit in der Europäischen Region der WHO vorantreibt. Das Wissenszentrum wird deshalb zur Verbesserung der Bereitschaftsplanung und der Kapazitäten der Länder, zur Förderung bürgernaher Gesundheitssysteme und zum Abbau gesundheitlicher Ungleichheiten innerhalb der Migrantengruppen beitragen. Die Ziele des Wissenszentrums sind in dem Europäischen Rahmenkonzept „Gesundheit 2020“ und in der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung begründet.

Das Wissenszentrum für Migration und Gesundheit wird vom Referat Migration und Gesundheit in der Abteilung Politikgestaltung und -steuerung für Gesundheit und Wohlbefinden im Zusammenwirken mit der Abteilung Information, Evidenz, Forschung und Innovation unter dem Dach der Europäischen Gesundheitsinformations-Initiative der WHO eingerichtet. Seine Arbeit wird maßgeblich zur Umsetzung der Strategie und des Aktionsplans für die Gesundheit von Flüchtlingen und Migranten in der Europäischen Region der WHO beitragen, die im September 2016 vom Regionalkomitee für Europa angenommen wurden.