Tag 3 der Ministerkonferenz Umwelt und Gesundheit: Engagement für Umwelt und Gesundheit in der Europäischen Region

Nach drei Tagen voller Erörterungen und Gespräche endete die Sechste Ministerkonferenz Umwelt und Gesundheit. Rund 500 Delegierte und Beobachter aus den Mitgliedstaaten der WHO in der Europäischen Region sowie aus Kanada, den Philippinen und den Vereinigten Staaten und von 15 internationalen und nichtstaatlichen Organisationen nahmen an der Konferenz teil. Die Teilnehmer zogen drei Tage lang eine Bilanz der für Umwelt und Gesundheit in der Europäischen Region erzielten Fortschritte, sagten weitere Maßnahmen zu und wohnten zum Abschluss der feierlichen Unterzeichnung der Erklärung von Ostrava bei.

Plenarsitzung 8: Fortschritt verstetigen und beschleunigen: mehr Gesundheit, bessere Umwelt und nachhaltige Entwicklung aus den Zusagen dieser Sechsten Ministerkonferenz gewinnen

Die erste Sitzung des dritten Tags wurde durch Dr. Lukáš Ženatý vom tschechischen Umweltministerium mit einer Vorstellung des Slezsko-Projekts eröffnet, einem Paradebeispiel für eine grenzüberschreitende ressortübergreifende Zusammenarbeit für Umwelt und Gesundheit, die Risikobewertung und -beherrschung thematisiert und Prioritäten gegen Luftverunreinigung, Verschmutzung von Oberflächengewässern und Kontamination von Lebensmitteln festlegt.

Robert Thaler gab in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Sonderarbeitsgruppe Umwelt und Gesundheit eine Übersicht über den Prozess Umwelt und Gesundheit in Europa (EHP) und die Entstehung der Erklärung von Ostrava. Sie sei das Ergebnis eines lange währenden und umfassenden Konsultationsprozesses, der durch langjährige Kooperation unterstützt worden sei. Er nannte sieben Handlungsfelder:

  1. Verbesserung der Qualität der Innen- und Außenluft für alle
  2. Gewährleistung eines allgemeinen, chancengleichen und nachhaltigen Zugangs zu einer sicheren Trinkwasser- und Sanitärversorgung und zu sicheren hygienischen Bedingungen
  3. Minimierung der schädlichen Folgen von Chemikalien für die menschliche Gesundheit und die Umwelt
  4. Prävention und Eliminierung von schädlichen umwelt- und gesundheitsbezogenen Folgen, Kosten und Ungleichheiten in Bezug auf Abfallentsorgung und Altlasten
  5. Stärkung der Anpassungsfähigkeit und Widerstandskraft gegenüber durch den Klimawandel bedingten Gesundheitsrisiken und Unterstützung von Maßnahmen zum Schutz des Klimas
  6. Unterstützung der Bemühungen europäischer Städte und Regionen, gesünder, inklusiver, sicherer, widerstandsfähiger und nachhaltiger zu werden
  7. Stärkung der ökologischen Nachhaltigkeit von Gesundheitssystemen.

Der Erklärung von Ostrava sind zwei Anhänge beigefügt, die einen Katalog möglicher Maßnahmen zur Förderung der Umsetzung der Erklärung von Ostrava sowie erneuerte institutionelle Modalitäten des EHP enthalten.

Jan Dusík vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen moderierte dann eine Podiumsdiskussion, die ebenso wie Beiträge aus dem Plenum die Themen nachhaltiges und sozial verantwortliches Unternehmertum und Bedeutung der Zivilgesellschaft ansprach. Der Stellvertretende Gesundheitsminister der Russischen Föderation Sergei Kraevoy nannte drei Prinzipien zur Unterstützung der Erklärung: Schaffung einer nationalen gesetzlichen Grundlage, Sicherung angemessener Ressourcen und Aufbau einer soliden Evidenzgrundlage zur Unterstützung der Maßnahmen.

Plenarsitzung 9: Abschluss der Sechsten Ministerkonferenz: Annahme und Unterzeichnung der Erklärung von Ostrava über Umwelt und Gesundheit

In der abschließenden Sitzung unterstützten viele Mitgliedstaaten, Organisationen und Netzwerke die Erklärung von Ostrava. Das Gesunde-Städte-Netzwerk der Europäischen Region und das Netzwerk Regionen für Gesundheit der WHO stellten sich uneingeschränkt hinter die Erklärung und stellten fest, dass die Bewältigung von gesundheitlichen Ungleichheiten und Chancenungleichheit unabdingbar für eine nachhaltige Entwicklung seien. Die European Environment and Health Youth Coalition, die Niederlande, Georgien und Israel bekundeten ebenfalls ihre Unterstützung.

Am Donnerstag, dem 15. Juni 2017, wurde kurz nach Mittag die Erklärung der Sechsten Ministerkonferenz Umwelt und Gesundheit per Akklamation angenommen und anschließend im Namen der Mitgliedstaaten vom Stellvertretenden Außenminister der Tschechischen Republik und der WHO-Regionaldirektorin für Europa unterzeichnet.

Dr. Jakab bemerkte, dass die Unterzeichnung zwar nur ein symbolischer Akt sei, gleichwohl aber alle dazu verpflichte, Europa sicherer und gesünder zu machen. Der Prozess Umwelt und Gesundheit in Europa sei dank seiner Anpassungsfähigkeit in einer sich wandelnden Welt auch nach 30 Jahren noch lebendig. Er sei seit jeher mit Lernen verbunden und die Erklärung von Ostrava stoße nun die Tür weit auf für ein Engagement der Zivilgesellschaft. Sie dankte Robert Thaler, der Sonderarbeitsgruppe sowie dem Ministerausschuss für Umwelt und Gesundheit für ihren beharrlichen Einsatz. Sie schloss mit der Feststellung, dass wir viele unterschiedliche Prioritäten in unserem Handeln besäßen, aber in unserer Entschlossenheit einig seien, und dass alle Mitgliedstaaten jetzt ihren Teil der Arbeit anpacken müssten.