Angesichts eisiger Temperaturen in Europa erinnert die WHO an Maßnahmen zur Verringerung der gesundheitlichen Risiken von Kälteeinwirkung

WHO

In den letzten Wochen waren weite Teile der Europäischen Region der WHO von extremer Kälte betroffen. Aus mehreren Ländern wurden kältebedingte Todesfälle gemeldet. Wird der Körper drinnen oder draußen großer Kälte ausgesetzt, so kann dies eine Vielzahl negativer Folgen für die Gesundheit haben, die von leichten Symptomen bis zu ernsten oder lebensbedrohenden Erkrankungen reichen können. Extrem kalte Witterungsbedingungen führen zu einer erhöhten Sterblichkeit und sind für viele Menschen, insbesondere für Angehörige anfälliger Gruppen, mit einem hohen gesundheitlichen Risiko verbunden.

Am anfälligsten während Kälteeinbrüchen sind ältere Menschen, Säuglinge, Kinder und Jugendliche sowie Menschen mit chronischen Erkrankungen oder körperlichen bzw. geistigen Behinderungen. Auch Personen, die bestimmte Medikamente einnehmen oder unter Mangelernährung leiden, sind in Bezug auf negative Folgen von Kälteeinwirkung stärker gefährdet. Schließlich sind oft auch Flüchtlinge und Migranten besonders anfällig.

Der ökonomische und soziale Status des Einzelnen oder der Familie spielt ebenfalls eine wichtige Rolle, denn kaltes Wetter wirkt sich besonders stark auf arme, obdachlose oder marginalisierte Menschen aus. Darüber hinaus können gewisse Verhaltensweisen – exzessiver Alkoholkonsum, bestimmte Freizeitaktivitäten im Freien und unangemessene Kleidung – die Risiken von Kälteeinwirkung verschärfen. Für Flüchtlinge und Migranten erhöht sich das Risiko, wenn sie keine angemessene Unterkunft, Kleidung und Nahrung haben und es an medizinischer Versorgung fehlt.

Paradoxerweise sind die gesundheitlichen Folgen von Kälteeinwirkung in den Mittelmeerländern und in anderen südlichen Ländern der Europäischen Region stärker ausgeprägt als im Norden, wo die Wohnungen meist besser beheizt und die Menschen wärmer bekleidet sind.

Während Kälteperioden muss das Gesundheits- und Sozialwesen oft eine größere Zahl von Patienten versorgen, die an verschiedenen kältebedingten Erkrankungen leiden. Wenn ein Kälteeinbruch auch die Versorgung und Infrastruktur beeinträchtigt, so kann dies indirekt die negativen gesundheitlichen Auswirkungen noch verschärfen. Wer allerdings die Risiken und die erforderlichen Gegenmaßnahmen bei Kälteperioden kennt, kann dazu beitragen, gegen ihre gesundheitlichen Folgen vorzubeugen. Nähere Informationen über die Reduzierung gesundheitlicher Risiken von Kälteeinwirkung finden Sie unter den nachstehenden Links.