Sechste Ministerkonferenz Umwelt und Gesundheit

Ostrava (Tschechien), 13.–15. Juni 2017

Die Ministerkonferenzen im Rahmen des Prozesses Umwelt und Gesundheit in Europa bieten ein einzigartiges bereichsübergreifendes Politikforum, auf dem die maßgeblichen Ressorts und Partnerorganisationen an einen Tisch gebracht werden, um Handlungskonzepte und Maßnahmen im Bereich Umwelt und Gesundheit zu gestalten, zur Umsetzung wirksamer evidenzbasierter Konzepte beizutragen und Maßnahmen zur Förderung von Umwelt, Gesundheit und Wohlbefinden in der Europäischen Region voranzutreiben.

Bestimmung der Prioritäten im Bereich Umwelt und Gesundheit für das 21. Jahrhundert

In der Europäischen Region der WHO werden jährlich fast eine 1,5 Mio. Todesfälle durch Umweltrisiken verursacht, die vermieden oder beseitigt werden könnten. Deshalb besteht eine dringende Notwendigkeit, die Bemühungen zur Bekämpfung der führenden umweltbedingten Determinanten von Krankheit zu verstärken. Zu diesen zählen:

  • Luftverschmutzung;
  • unzureichende Wasser- und Sanitärversorgung;
  • gefährliche Chemikalien;
  • Altlasten;
  • Klimawandel.

Bewältigung alter und neuer Herausforderungen

Diese Herausforderungen werden durch Haushaltsengpässe in den Mitgliedstaaten, sozioökonomische Ungleichheiten und Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern, extreme Klimaereignisse, die Ausbreitung nichtübertragbarer Krankheiten, die Alterung der Bevölkerung und beispiellose Migrationsströme zwischen wie innerhalb von Ländern der Europäischen Region noch verschärft. Das komplexe Beziehungsgeflecht zwischen umweltbedingten, biologischen, demografischen, ökonomischen, sozialen und anderen Einflussfaktoren macht eine Verbesserung der Widerstandsfähigkeit der Bevölkerung gegenüber den physikalischen, natürlichen und sozialen Belastungen im 21. Jahrhundert erforderlich.

Die Teilnehmer der Sechsten Ministerkonferenz werden über neue Maßnahmen zur Bewältigung dieser vielfältigen Herausforderungen beraten. Sie werden neue Erkenntnisse gebührend berücksichtigen, die belegen, dass die Erhaltung einer intakten Umwelt eine entscheidende Voraussetzung für das Überleben der Menschheit ist. Weiterhin zu berücksichtigen sind der grenzüberschreitende Charakter der Herausforderungen im Umweltbereich, die Notwendigkeit zielgerichteten Handelns nicht nur auf der nationalen, sondern auch auf der subnationalen und kommunalen Ebene, die Notwendigkeit der Bestimmung der anfälligsten Gruppen und die Bedeutung einer guten Politiksteuerung unter Einbeziehung der maßgeblichen Akteure und der Bürger.

Partnerschaftliche Zusammenarbeit zur Verwirklichung globaler Ziele

Durch die Schwerpunktlegung auf den Aufbau widerstandsfähiger Gemeinschaften und unterstützender Umfelder – eines von vier vorrangigen Handlungsfelder von „Gesundheit 2020“, dem Europäischen Rahmenkonzept für Gesundheit und Wohlbefinden – strebt die Sechste Ministerkonferenz an, den Prozess Umwelt und Gesundheit in Europa als Forum für eine koordinierte Umsetzung ausgewählter und relevanter Ziele und Vorgaben aus der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung zu nutzen.

Die Ministerkonferenz wird vom WHO-Regionalbüro für Europa in enger partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit der Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa und dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen organisiert. Sie wird von der tschechischen Regierung, der Region Mähren-Schlesien und der Stadt Ostrava ausgerichtet.

Ministererklärung für eine zukunftsorientierte Europäische Region

Als Lenkungsgremium für die Vorbereitung der Konferenz diente die Europäische Sonderarbeitsgruppe Umwelt und Gesundheit, die dabei von ihrer Ad-hoc-Arbeitsgruppe unterstützt wurde. Die Prioritäten der Konferenz wurden im Rahmen eines breit angelegten und inklusiven Konsultationsprozesses bestimmt und ausgehandelt, der 2015 auf der Hochrangigen Halbzeitbilanztagung in Haifa (Israel) angestoßen wurde.

Auf der Konferenz werden die Mitgliedstaaten eine Erklärung annehmen, die einen Aktionsplan zu ihrer Umsetzung und eine Vereinbarung zur Änderung des institutionellen Rahmens für den Prozess Umwelt und Gesundheit in Europa nach 2017 enthalten wird.