Sommerseminar zum Thema Gesundheit von Flüchtlingen und Migranten

10.–14. Juli 2017, Syrakus (Italien)

Das Regionalbüro und sein Wissenszentrum für Migration und Gesundheit werden in diesem Sommer erstmalig einen fünftägigen Intensivkursus zum Thema Gesundheit von Flüchtlingen und Migranten anbieten. Das Sommerseminar wird vom 10. bis 14 Juli 2017 in Syrakus (Italien) stattfinden. Es wird mit Unterstützung des italienischen Gesundheitsministeriums, der sizilianischen Gesundheitsbehörden und in Zusammenarbeit mit der Internationalen Organisation für Migration sowie der Gesundheitsinitiative für Gesamtamerika der University of California, Berkeley, Vereinigten Staaten von Amerika durchgeführt.

Überblick

Das Sommerseminar soll zu einem besseren Verständnis der Teilnehmer für Fragen und Erfordernisse in Bezug auf die Gesundheit von Flüchtlingen, Migranten und Allgemeinheit sowie die Gesundheitssysteme in den Herkunfts-, Transit- und Zielländern führen. Es bietet Raum für die Verbindung von Forschung, Theorie und Praxis, für den Austausch praktischer und konkreter Erfahrungen und Kenntnisse sowie für Diskussion und Kritik.

Das Sommerseminar steht unter dem Leitmotiv: Beherrschung der gesundheitspolitischen Aspekte der Migration. Es wird in einer Mischung aus Vorträgen im Plenum, Workshops, interaktiven Diskussionen und Podiumsdiskussionen angeboten. Internationale Sachverständige aus unterschiedlichen Regionen und einschlägigen Fachbereichen werden das Seminar anleiten.

Während des Seminars wird ein Ausflug zu einer typischen Ankunftsstelle von Flüchtlingen und Migranten unternommen werden. So erhalten die Teilnehmer Anschauungsunterricht, wie die italienischen Behörden die Herausforderungen durch die Migration aus gesundheitspolitischer Sicht handhaben.

Über die Lehrinhalte hinaus bietet das Sommerseminar den Teilnehmern durch Nebenveranstaltungen und andere Gelegenheiten eine Chance zur Anknüpfung an die Arbeit des Regionalbüros und an sein Europäisches Wissenszentrum im Bereich von Migration und Gesundheit.
Das Seminar findet in englischer Sprache statt.

Der Workshop bezweckt Verständnis zu vermitteln für:

  • die Relevanz von Migration für die öffentliche Gesundheit, die zentralen gesundheitspolitischen Konsequenzen der Migration sowie die Auswirkungen der sozialen, ökonomischen und kulturellen Determinanten auf die Gesundheit der Flüchtlinge, Asylbewerber und Migranten;
  • das Potenzial ressortübergreifender Konzepte und Aktionen für eine Verbesserung der Gesundheit der Migranten;
  • die Harmonisierung und Rationalisierung der politischen Tagesordnungen unter Berücksichtigung von Gesundheit, Migration, Menschenrechten und Gleichstellung der Geschlechter;
  • den Gesundheitszustand der Migranten und die Auswirkungen epidemiologischer Übergänge;
  • den erforderlichen Zugang der Migranten zur Gesundheitsversorgung bzw. Möglichkeiten zur Überwindung von Barrieren hierzu;
  • die ökonomischen Argumente in Bezug auf die Gesundheit von Migranten;
  • effektive Strategien für die Gestaltung und Umsetzung von Programmen, welche die Migranten erreichen;
  • neu auftretende Fragen und aktuelle Grundsatzdebatten im Bereich Migration und Gesundheit in Europa und weltweit.

Erfahrungen der Europäischen Region zur Stärkung der Kapazitäten im Bereich der Gesundheit von Migranten nutzen
In den letzten Jahren sind mehr Flüchtlinge in die Europäische Region gelangt als je zuvor. Seit 2015 kamen über 1,3 Millionen Menschen über das Mittelmeer nach Europa und 3 Millionen syrische Flüchtlinge leben in der Türkei.

Das Regionalbüro arbeitet eng mit den Gesundheitsministerien zusammen, damit diese besser auf diese umfassende Migrationsbewegung reagieren können. Im September 2016 hat die Europäische Region als erste Region der WHO eine Strategie, einen Aktionsplan und eine Resolution zur Gesundheit von Flüchtlingen und Migranten angenommen. Darin werden neun vorrangige Handlungsfelder sowie konkrete gesundheitspolitische Maßnahmen genannt. Nach einigen Bewertungsmissionen wurde die Notwendigkeit erkannt, die Kapazitäten der Gesundheitswesen in der Europäischen Region so zu verbessern, dass es die gesundheitspolitischen Aspekte von Migration und Flucht bewältigen kann. Dies wird auch im Aktionsplan als prioritäre Maßnahme genannt.

Das Sommerseminar zur Gesundheit von Flüchtlingen und Migranten soll die erforderliche Orientierung und Bildung sowie Instrumente vermitteln, mit deren Hilfe Mitarbeiter der Gesundheitsdienste, Leistungserbringer und Planer migrantengerechte Interventionen verstehen und umsetzen sowie untereinander Wissen und Fähigkeiten austauschen können.

Zielgruppe

Der Teilnehmerkreis wird in erster Linie aus hochrangigen Fachbeamten bestehen. Einige Plätze werden auch an Forscher mit einschlägigen Erfahrungen vergeben. Die Höchstzahl der Teilnehmer beträgt 70. Die Teilnehmer werden vom Veranstalter informiert, ob ihre Bewerbung um einen Platz erfolgreich war.

Bewerbung

Die Bewerbung um eine Teilnahme ist vom 3. bis 21. Mai 2017 möglich.

Die Bewerbung erfolgt online und gegen Zahlung einer Anmeldegebühr von 100 €. Diese deckt die Kosten für Kursus, Lehrmaterial, Kaffeepausen und Mittagessen an allen fünf Kurstagen sowie für einen Empfang mit Abendessen.

An- und Abreise

Die Teilnehmer sorgen selbst für ihre An- und Abreise. Hinweise zur An- und Abreise sowie zu empfohlenen Hotels werden in Kürze erscheinen.

Kontakt

Für weitere Informationen und Fragen wenden Sie sich bitte an das Programm Migration und Gesundheit beim Regionalbüro unter

at: euphame@who.int.