Regionsweite Konsultation zur Neugestaltung der Leitlinien und Empfehlungen für die Kindergesundheit

WHO

31. Oktober und 1. November 2017 in Kopenhagen

Am 31. Oktober und 1. November 2017 wird das Regionalbüro an seinem Sitz in Kopenhagen eine regionsweite Konsultationstagung zur Neugestaltung der Leitlinien für Kindergesundheit ausrichten.

In der Laufzeit der Millenniums-Entwicklungsziele (MZ) von 1990 bis 2015 gelang es, die Kindersterblichkeit weltweit zu halbieren und die Zahl der Todesfälle unter Kindern im Alter von bis zu fünf Jahren von 12 auf 6 Millionen jährlich herab zu drücken. Es ist davon auszugehen, dass Leitlinien der WHO wie die Strategie für ein integriertes Management von Kinderkrankheiten (IMCI) zu diesem Rückgang beigetragen haben.
Die in den vergangenen 25 Jahren gewonnenen Erfahrungen können für die Formulierung neuer Leitlinien genutzt werden. Der Übergang zu den Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDG) bietet die Chance, globale Maßnahmen für Kindergesundheit zu überdenken und Herangehensweisen an die Gesundheit der Kinder zu überarbeiten.

Die Konsultation erfolgt unter Beteiligung von 20 Fachleuten aus 10 Ländern sowie von Bediensteten der WHO und ihrer Partnerorganisationen.

Zentrale Bedrohungen für die Gesundheit von Kindern

In den vergangenen Jahren waren die wichtigsten gesundheitlichen Beschwerden von Kindern in der ambulanten Versorgung unverändert Fieber, Husten und Durchfall. Die Entscheidung darüber, wer eine konkrete Therapie oder eine stationäre Behandlung benötigt, ist weiterhin eine der größten Herausforderungen für die Anbieter der primären Gesundheitsversorgung. Neben Fragen der Versorgung junger Kinder sind auch solche zu Angeboten für Jugendliche sowie zu Gesundheit und Schule sehr wichtig. Weitere neu aufkommende Prioritäten umfassen Verletzungen, chronische und andere nichtübertragbare Krankheiten wie Adipositas, Diabetes und Krebs im Kindesalter und Kindesmissbrauch und -vernachlässigung.

Außerdem steht die kindliche Entwicklung hoch oben auf der Tagesordnung. Viele Länder in der Europäischen Region der WHO setzen stark auf Vorsorgeuntersuchungen, stetige Weiterverfolgung und Überbehandlung von milden, aber einschränkenden Erkrankungen. Dies kann Rechte des Kindes verletzen, weil es nicht wie alle am Alltag und der Entwicklung von Talenten teilhaben kann.

Ziele

Mit der regionsweiten Konsultation werden folgende Ziele angestrebt:

  • Rückmeldungen der Region zu zwei Überprüfungen von 2016 zur Strategie für ein Integriertes Management der Erkrankungen von Neugeborenen und Kindern (IMNCI) und zu IMCI durch das Regionalbüro mit Schwerpunkt auf Empfehlungen für eine Neugestaltung der Leitlinien und Empfehlungen für die Kindergesundheit;
  • Rückmeldungen zur konzeptionellen Skizze für die Neugestaltung der Leitlinien und Empfehlungen für die Kindergesundheit;
  • Empfehlungen für eine weitere Entwicklung der Leitlinien der WHO für Kinder und Jugendliche in Europa.

Erwartete Ergebnisse

Von der regionsweiten Konsultation werden folgende Ergebnisse erhofft:

  • Rückmeldungen und Perspektiven aus der Region zur strategischen Überprüfung von IMNCI
  • Prioritäten der Region für die Agenda Überleben und Gedeihen
  • Rückmeldung zur vorgeschlagenen konzeptionellen Skizze

Wichtigste Bezugsdokumente

Die SDG wurden übertragen in die Globale Strategie der WHO für die Gesundheit von Frauen, Kindern und Jugendlichen.

Die gewonnenen Erfahrungen sind im dem Prüfungsdokument Konvergenz für das Überleben und die Gesundheit der Kinder hervorgehoben und weitere werden in der Monografie Atlas zur globalen Vorreiterrolle für die Kindergesundheit erörtert.