Symposium über nachhaltige Lebensmittelsysteme für eine gesunde Ernährung: Gemeinsame Tagung der Regionalbüros für Europa der WHO und der FAO

Budapest, 4.–5. Dezember 2017

Das WHO-Regionalbüro für Europa will zusammen mit der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) eine Tagung über nachhaltige Lebensmittelsysteme für eine gesunde Ernährung organisieren, die am 4. und 5. Dezember 2017 in Budapest stattfindet.

Ihre Zielsetzung besteht darin, eine aktuelle Bestandsaufnahme durchzuführen und die Fortschritte bei der Bekämpfung aller Formen von Mangelernährung in der Europäischen Region der WHO zu bewerten. Ein besonderes Augenmerk wird darauf gerichtet, wie Ernährungskonzepte eine gesunde und nachhaltige Ernährung fördern und zur Vorbeugung gegen Adipositas und ernährungsbedingte nichtübertragbare Krankheiten beitragen können. Dabei werden Erfolgsgeschichten und visionäre Zukunftsszenarien präsentiert und diskutiert. Die Redner kommen aus den Mitgliedstaaten, der Wissenschaft und internationalen Organisationen.

Das Symposium wird sich mit den vielfältigen Herausforderungen für die Länder bei der Förderung einer gesunden Ernährung befassen und ist in vier Themenbereiche gegliedert, die maßgeblich zu einer gesunden, abwechslungsreichen und ausgewogenen Ernährung beitragen sollen:

  • ernährungssensible Landwirtschaft und ernährungssensible Lebensmittelsysteme;
  • Schaffung gesundheitsförderlicher Ernährungsumfelder;
  • Verbesserung der Ernährung anfälliger Gruppen; und
  • Politiksteuerung, Führungsarbeit und Rechenschaftslegung im Bereich Ernährung.

Die Tagung soll zur weiteren Umsetzung des Europäischen Aktionsplans Nahrung und Ernährung (2015–2020) der WHO beitragen und fügt sich auch in die globalen Verpflichtungen ein, die sich aus den Zielen der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung, dem Handlungsrahmen der Zweiten Internationalen Ernährungskonferenz (ICN2) und der Aktionsdekade der Vereinten Nationen für Ernährung ergeben.

Neue Daten über Lebensmittel- und Ernährungspolitik in der Europäischen Region

Das WHO-Regionalbüro für Europa wird auf der Tagung einen Sachstandsbericht über die Umsetzung des Europäischen Aktionsplans Nahrung und Ernährung (2015–2020) veröffentlichen. In dem Bericht, der den Titel Bessere Lebensmittel und bessere Ernährung in Europa: ein Fortschrittsbericht über die Umsetzung von Handlungskonzepten in der Europäischen Region der WHO trägt, werden die neuesten verfügbaren Daten herangezogen, die die Länder im Rahmen der Globalen Untersuchung der WHO über Ernährungskonzepte bereitgestellt haben. Der Bericht enthält aktualisierte Informationen über Fortschritte bei der Umsetzung eines breiten Spektrums von Konzepten wie Nährwertkennzeichnung auf der Vorderseite von Verpackungen, Normen für Schulmahlzeiten, der Beschränkung der Lebensmittelwerbung für Kinder und der Förderung von Stillen und Zufüttern. Gleichzeitig werden die in dem Bericht enthaltenen Daten auch auf dem Europäischen Gesundheitsinformations-Portal der WHO eingestellt.

Erforschung von Möglichkeiten zur Reduzierung des Zuckergehalts in verarbeiteten Lebensmitteln

Zu den auf dem Symposium zur Diskussion gestellten Dokumenten gehört auch der Entwurf eines Grundsatzpapiers über Zuckerreduktion. Der Bericht mit dem Titel Positive und negative Anreize zur Zuckerreduktion: eine erläuternde Analyse der Versorgungskette wurde in Zusammenarbeit mit City, University of London erstellt und befasst sich mit der Versorgungskette für Zucker und geht der Frage nach, warum Zucker in verarbeiteten Lebensmitteln in so großen Mengen verwendet wird. Dabei werden die gegenwärtigen positiven und negativen Anreize zur Zuckerreduktion genannt, und es werden Einblicke gegeben, die für politische Maßnahmen auf der Länderebene zur Reduzierung des Zuckergehalts in verarbeiteten Lebensmitteln von Nutzen sein könnten. Der Hintergrund für den Bericht sind die in den WHO-Leitlinien für die Zufuhr freier Zucker bei Erwachsenen und Kindern empfohlenen Höchstwerte.