WHO unterstützt groß angelegte Impfkampagnen gegen Masern und Polio im Norden Syriens

Syria Immunization Group

Im Norden Syriens wurde eine Impfkampagne gestartet, in deren Rahmen Hunderttausende Kinder gegen Polio geimpft werden sollen, da Partnerorganisationen der WHO im Gesundheitsbereich zeitgleich Masernimpfungen in den Flüchtlingslagern der Region durchführen, wo die Zahl der Masernfälle steigt.

Nahezu 1200 Impfteams, die aus Gaziantep (Türkei) koordiniert und von der WHO und der Syria Immunization Group unterstützt und geschult werden, schwärmen in Idleb und Teilen von Aleppo, Homs und Hama zur ersten von zwei Runden einer Polio-Impfkampagne aus, in deren Rahmen 764 550 Kinder unter fünf Jahren geimpft werden sollen. Neben dem bivalenten oralen Polioimpfstoff (bOPV) erhalten die Kinder auch Vitamin A, um ihre Immunität und ihre Abwehrkräfte gegen Infektionskrankheiten zu erhöhen.

Seit die WHO vor ungefähr einem Jahr einen Polio-Ausbruch in Ostsyrien erklärte, wurden in dieser Region 74 Fälle bestätigt. Zuletzt wurde die hochansteckende und zu Lähmung führende Krankheit im September 2017 diagnostiziert.

Seitdem hat ein sprunghafter Anstieg der Masernfälle in Flüchtlingslagern in den Bezirken (Gouvernements) Idleb und Aleppo seit Januar eine Notfallreaktion auf den Ausbruch ausgelöst, um die Immunität von gefährdeten Kindern gegen Masern zu erhöhen. In der vergangenen Woche wurden mehr als 24 000 Kinder im Alter zwischen 5 und 15 Jahren in 166 Lagern von 11 Partnern der WHO im Gesundheitsbereich geimpft. Diese Altersgruppe macht mehr als 30% der 364 seit Januar bestätigten Masernfälle in den Flüchtlingslagern aus.

Anfang April werden die WHO und ihre Partner im Gesundheitsbereich eine groß angelegte Impfkampagne gegen Masern starten, in deren Rahmen 723 000 Kinder unter fünf Jahren im Norden Syriens geimpft werden sollen.

„Es gab bereits eine Reihe von Impfkampagnen gegen Polio und Masern in ganz Syrien zum Schutz von Kindern gegen diese Krankheiten, doch durch die anhaltenden Unruhen wurde der Zugang zu sämtlichen Gebieten erschwert, und anhaltende Flüchtlingsströme erhöhen das Risiko einer Ausbreitung der Krankheiten,“ sagt Dr. Mostapha Loutfy, ein Impfexperte der WHO-Außenstelle in Gaziantep, der für die Koordination der Impfprogramme in Nordsyrien mit den Partnern der WHO zuständig ist.

Viele Gebiete, einschließlich Idleb und Aleppo, verfügen seit dem Beginn des Syrien-Konflikts vor sieben Jahren nicht mehr über routinemäßige Impfprogramme.

„Das bedeutet, dass die Mehrheit der Kinder in diesen Gebieten, die in diesem Zeitraum geboren wurden, sehr wahrscheinlich nicht gegen viele vermeidbare, aber lebensbedrohliche Krankheiten geimpft wurden“, sagt Dr. Loutfy.

Die WHO arbeitet darauf hin, in Gesundheitseinrichtungen im ganzen Land die Routineimpfungen wiederaufzunehmen. Im Norden Syriens wurden im Rahmen der Bemühungen der WHO, die durch die Krise beeinträchtigte oder stark eingeschränkte Gesundheitsversorgung wieder aufzubauen, in 64 Gesundheitszentren die Routineimpfungen wiederaufgenommen.

Der „gesamtsyrische Ansatz“ der WHO zielt darauf ab, sicherzustellen, dass die gesamte syrische Bevölkerung Zugang zu gesundheitlicher Grundversorgung, einschließlich Impfungen, hat.

Diese wichtigen Impfkampagnen werden von den Regierungen Japans und Norwegens, der United States Agency for International Development (USAID) und der Abteilung Humanitäre Hilfe und Katastrophenschutz (ECHO) bei der Europäischen Kommission finanziert. Die Arbeit der WHO zum Wiederaufbau der Routineimpfprogramme wird von der Entwicklungsbehörde des Vereinigten Königreichs (DFID), USAID und ECHO finanziert.