Ziele und erwartete Ergebnisse

WHO

Die Charta von Tallinn wurde 2008 auf der Europäischen Ministerkonferenz „Gesundheitssysteme, Gesundheit und Wohlstand“ von der WHO, ihren Mitgliedstaaten und einer Reihe internationaler Partnerorganisationen angenommen. Seitdem dient die Charta als wesentlicher Bezugspunkt für das WHO-Regionalbüro für Europa und die Mitgliedstaaten im Hinblick auf Investitionen in die Gesundheitssysteme und die Überprüfung ihrer Leistungsfähigkeit zwecks Verbesserung von Transparenz und Rechenschaftslegung.

Die Charta und die ihr zugrunde liegenden Wertvorstellungen sind auch heute noch aktuell. Die hochrangige Tagung, die von der Abteilung Gesundheitssysteme und öffentliche Gesundheit beim Regionalbüro mit Unterstützung durch das Europäische Observatorium für Gesundheitssysteme und Gesundheitspolitik organisiert wird, findet anlässlich des zehnten Jahrestages der Unterzeichnung der Charta statt. Sie bietet eine Gelegenheit zur Bekräftigung der in der Charta verankerten Wertvorstellungen und zur Nutzung der seitdem neu entstandenen Chancen, insbesondere der Ziele der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung und des erneuerten Bekenntnisses zu einer allgemeinen Gesundheitsversorgung.

Ziele

Zu der Tagung werden hochrangige politische Entscheidungsträger sowie Vertreter von internationalen Organisationen erwartet, die sich mit den Gesundheitssystemen und der Zivilgesellschaft beschäftigen. Die Ziele der Tagung lauten:

  1. Würdigung der Erfolge seit der Annahme der Charta von Tallinn vor zehn Jahren;
  2. Bestandsaufnahme der Fortschritte bei der Stärkung der Gesundheitssysteme in der Europäischen Region der WHO; und
  3. Skizzierung möglicher künftiger Entwicklungen in den Gesundheitssystemen der Europäischen Region.

Die Tagung bietet auch eine Gelegenheit zum Austausch von Innovationen und neueren Beispielen von bewährten Praktiken für die Stärkung von Gesundheitssystemen aus der gesamten Europäischen Region.

Themen

Im Einklang mit den Zielen für nachhaltige Entwicklung und mit „Gesundheit 2020“ wird die Tagung großes Gewicht auf Chancengleichheit und die Bedeutung von Gesundheitssystemen legen, die allen dienen.

Im Mittelpunkt der Tagung werden drei übergeordnete Themen stehen, von denen jedes eine eigene zentrale Botschaft aufweist:

  • Inklusion: Verbesserung von Versorgungsgrad, Zugang und finanzieller Absicherung für alle;
  • Investitionen: Argumente für Investitionen in die Gesundheitssysteme; und
  • Innovation: Nutzung von Innovationen und Systemen zur Deckung des Bedarfs der Bevölkerung.

Die letzte Sitzung der Tagung ist der Zukunft der Gesundheitssysteme in der Europäischen Region gewidmet.

Erwartete Ergebnisse

Zur Unterstützung des Ziels der WHO, ein gesundes Leben und Wohlbefinden für alle Menschen jeden Alters zu ermöglichen, wird die hochrangige Fachtagung die Bemühungen zur Stärkung der Gesundheitssysteme in der Europäischen Region in den globalen Kontext der Ziele für nachhaltige Entwicklung und der allgemeinen Gesundheitsversorgung einordnen.

Die inhaltlichen Schwerpunkte der Tagung liegen auf der Förderung von Chancengleichheit und auf der Zielsetzung, unsere Gesundheitssysteme für alle tauglich zu machen. Darüber hinaus werden sich die Teilnehmer mit Wegen zur Förderung der finanziellen Absicherung und einer allgemeinen Gesundheitsversorgung befassen, sich für einen weitreichenderen Dialog unter den zuständigen Entscheidungsträgern über staatliche Investitionen in die Gesundheitssysteme einsetzen und der Frage nachgehen, wie Innovationen in den Gesundheitssystemen dazu verwendet werden können, dem Bedarf der Menschen besser gerecht zu werden.

Auf der Tagung werden sowohl Expertenmeinungen als auch Erfahrungen aus den Ländern vorgetragen und die grundlegenden Veränderungen herausgearbeitet, die erforderlich sind, um die drei thematischen Motive des Programms – Inklusion, Investition und Innovation – in die Praxis umzusetzen.

Die Teilnehmer werden auch die Notwendigkeit einer besseren Vorausschau und Planung zum Zwecke bedarfsgerechter Entscheidungen für die Gesundheitssysteme unterstreichen. Es kommt entscheidend darauf an, dass sich unsere Gesundheitssysteme angesichts der sich verändernden ökonomischen, politischen, sozialen und gesundheitlichen Rahmenbedingungen nicht passiv verhalten, sondern in der Lage sind, sich auf die Zukunft einzustellen und an sie anzupassen.

Die Ergebnisse der Tagung werden auf der 68. Tagung des WHO-Regionalkomitees für Europa im September 2018 vorgelegt.