Straßen erzählen Geschichten: Weltgedenktag für Straßenverkehrsopfer

WHO/Malin Bring

18. November 2018

Alle 6 Minuten stirbt ein Mensch auf den Straßen der Europäischen Region der WHO – das sind 230 Menschen jeden Tag, 83 000 Menschen jedes Jahr. Verkehrsunfälle sind für den Tod von mehr Kindern im Alter zwischen 5 und 14 Jahren verantwortlich als jede andere Ursache, sie sind die zweithäufigste Todesursache bei Menschen im Alter zwischen 15 und 29 Jahren und jeder Todesfall ist nur die Spitze des Eisbergs, denn Millionen weiterer Menschen tragen bei nicht tödlichen Verkehrsunfällen Verletzungen unterschiedlicher Schwere davon, in vielen Fällen mit lebenslangen Konsequenzen.

Wie jedes Jahr am 3. Sonntag im November wird in diesem Jahr bereits zum 25. Mal der Weltgedenktag für Straßenverkehrsopfer begangen. Er bietet eine feierliche Gelegenheit, sich an jene zu erinnern, die bei Verkehrsunfällen umgekommen sind oder irreversible Folgen davongetragen haben, und die menschliche Seite der Straßenverkehrssicherheit in den Mittelpunkt zu rücken. Wem wir an diesem Tag gedenken geht zudem weit über Todesopfer oder Verletzte hinaus – Verkehrsunfälle haben verheerende Auswirkungen für Familien, Freunde und Gemeinschaften.

Das Thema des diesjährigen Weltgedenktags für Straßenverkehrsopfer ist „Straßen erzählen Geschichten“ und hebt hervor, dass Straßen mehr sind als nur eine physische Verbindung von A nach B, sie sind gewissermaßen Ruhestätten für zahlreiche verkürzte Menschenleben. Die für die nationale Entwicklung und ökonomische Stärkung so entscheidende Straßeninfrastruktur kann sowohl zum Problem der Straßenverkehrssicherheit als auch zu seiner Lösung beitragen.

Länder, Regierungen, Behörden für Straßenverkehrssicherheit, Gemeinschaften, Familien und Einzelpersonen in der gesamten Europäischen Region werden diesen Tag auf viele verschiedene Arten begehen: mit öffentlichen Mahnwachen und Versammlungen bei Kerzenlicht, mit Tränen und dem Versprechen, dass diese Tragödien niemals wieder einen weiteren geliebten Menschen befallen, sowie mit Gegenmaßnahmen. Manche Veranstaltungen werden öffentlich sein, viele andere im Privaten abgehalten.

Eine am 19. November 2018 von der Regierung Maltas und der WHO ausgerichtete Internationale Konferenz zur Sicherheit im Straßenverkehr macht sich internationale Erfahrungen zunutze, um nationale prioritäre Ziele zu identifizieren, um auf den Straßen Maltas Leben zu retten. Dies ist nur eine von vielen Aktivitäten, die in der ganzen Region sowie in der ganzen Welt organisiert werden.

Angesichts ihrer vorrangigen Bedeutung für den Bereich der öffentlichen Gesundheit und der internationalen Entwicklung ist die Straßenverkehrssicherheit eine zentrale Zielvorgabe der Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDG), in deren Rahmen eine Reduzierung der Straßenverkehrsopfer um 50% bis 2020 gefordert wird.