Konferenz über die Empfehlungen der WHO für nicht-klinische Interventionen zur Senkung der Zahl der unnötigen Kaiserschnitte

WHO/Olga Kireeva

Tiflis (Georgien), 13.–14. Dezember 2018

In dem Bestreben, die Zahl der unnötigen Kaiserschnitte zu senken, hat das WHO-Regionalbüro für Europa eine internationale Konferenz mit Beteiligung der maßgeblichen Interessengruppen einberufen, die im Bereich der Gesundheit von Müttern und Neugeborenen, der Politikgestaltung und der Gesundheitssysteme tätig sind.

Sie ist als Folgemaßnahme zu der Annahme der neuen Empfehlungen der WHO für nicht-klinische Interventionen zur Senkung der Zahl unnötiger Kaiserschnitte gedacht. Ursprünglich hatte die WHO 1985 als optimale Rate für Kaiserschnitte zwischen 10% und 15% empfohlen und dies im Jahr 2015 nochmals bekräftigt. Dennoch liegt der durchschnittliche Anteil der Kaiserschnitte in der Europäischen Region bei 25%; in einem Drittel der Länder liegt er sogar noch höher.

Die Teilnehmer werden über die neuen Empfehlungen der WHO diskutieren und die gegenwärtige Situation in den Ländern bewerten und dabei die wichtigsten Einflussfaktoren benennen, die zur unnötigen Inanspruchnahme von Kaiserschnitten beitragen und die u. a. durch die Gesundheitssysteme bedingt sind. Die Konferenz soll auch zur Bestimmung von Forschungslücken, zum Austausch über innovative Konzepte und Modelle und zur Annahme einer Erklärung dienen, in der die Entschlossenheit der Länder zur Beschränkung von Kaiserschnitten auf medizinisch gerechtfertigte Fälle bekräftigt wird.

2016 nahmen die Länder der Europäischen Region den Aktionsplan zur Förderung der sexuellen und reproduktiven Gesundheit an. Es muss weiterhin energisch darauf hingearbeitet werden, vermeidbare Todes- und Krankheitsfälle bei Müttern und Neugeborenen zu verhindern.