Gemeinsam die Bevölkerung vor gesundheitlichen Notlagen schützen: Tagung von Ministern und anderen hochrangigen Beamten aus der Europäischen Region der WHO

WHO

Istanbul, 12.–14. Februar 2019

Vom 12. bis 14. Februar 2019 findet in Istanbul eine dreitägige Konsultation auf Ministerebene mit Beteiligung hochrangiger Experten statt, um die Entschlossenheit der Mitgliedstaaten zur vollständigen Umsetzung des ersten Aktionsplans zur Verbesserung von Vorsorge- und Bewältigungsmaßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit in der Europäischen Region der WHO zu beflügeln.

Nach einer Resolution der 68. Tagung des WHO-Regionalkomitees für Europa, in der der Aktionsplan wärmstens begrüßt wurde, soll auf dieser Tagung der Weg für eine gemeinsame Vision einer geteilten Politiksteuerung und Rechenschaftspflicht präsentiert, ein Beobachtungs- und Evaluationsrahmen eingerichtet und zentrale Handlungsfelder für eine erfolgreiche Umsetzung des Aktionsplans in den Ländern aufgezeigt werden.

Die Tagung

Zur Teilnahme an der Plenarsitzung und den Sitzungen der Arbeitsgruppen, die jeweils von Experten der WHO moderiert werden, sind Teilnehmer aus den 53 Ländern der Europäischen Region eingeladen. Die Ziele der Tagung lauten:

  • Ausrichtung der Bemühungen um Verbesserung von Vorsorge- und Bewältigungsmaßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit in der Europäischen Region an einer gemeinsamen Vision von Politiksteuerung und geteilter Rechenschaftspflicht;
  • Erörterung der Einrichtung einer Kontrollstruktur und eines Beobachtungs- und Evaluationsrahmens für die Umsetzung des Aktionsplans;
  • Austausch von Erfahrungen und Förderung eines Dialogs über Synergieeffekte, bewährte Praktiken und gemeinsame Herausforderungen im Hinblick auf die Umsetzung des Aktionsplans zwischen Mitgliedstaaten, der WHO und Partnerorganisationen;
  • Bestimmung vorrangiger Handlungsfelder, in denen eine Unterstützung durch die WHO und ihre Partnerorganisationen erforderlich ist, sowie innovativer Lösungsansätze zur Verbesserung von Vorsorge- und Bewältigungsmaßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit.

Die letztendliche Zielsetzung der Tagung besteht darin, ein dauerhaftes Bekenntnis aller Regierungen zu einer vollständigen Umsetzung des Aktionsplans in der Europäischen Region sowie die Übernahme einer entsprechenden Führungsrolle herbeizuführen.

Der Aktionsplan

Ein ausreichender Schutz vor allen gesundheitlichen Gefahren erfordert ein hohes Maß an politischem und finanziellem Engagement, um mit Unterstützung durch gesamtstaatliche und gesamtgesellschaftliche Lösungsansätze den gesamten Zyklus gesundheitlicher Notlagen (einschließlich Prävention, Bereitschaftsplanung, Gegenmaßnahmen und Wiederaufbau) zu bewältigen. So lautete die Begründung für die Ausarbeitung des Aktionsplans.

Die Zielsetzung des Aktionsplans besteht darin, nationale Kapazitäten für die Prävention, Erkennung und Bewältigung von Gefahren für die öffentliche Gesundheit sowie für entsprechende Maßnahmen der Bereitschaftsplanung zu stärken bzw. aufrechtzuerhalten und den betroffenen Ländern bei Bedarf in drei strategischen Schwerpunktbereichen zu Hilfe zu kommen:

  1. Aufbau, Verbesserung und Unterhaltung der in den Internationalen Gesundheitsvorschriften (2005) geforderten Kernkapazitäten der Vertragsstaaten;
  2. Stärkung des Ereignismanagements und der Einhaltung der Bestimmungen der IGV (2005);
  3. Messung der Fortschritte und Förderung der Rechenschaftslegung.

Die Internationalen Gesundheitsvorschriften

Die IGV (2005) bilden einen internationalen Rechtsrahmen, der es Ländern in aller Welt ermöglicht, die Menschen vor Epidemien und anderen gesundheitlichen Notlagen zu schützen. Seit ihrem Inkrafttreten unterstützt die WHO die Länder der Europäischen Region aktiv beim Aufbau und bei der Aufrechterhaltung der IGV-Kernkapazitäten für Maßnahmen in den Bereichen Prävention, Entdeckung und Bewältigung von Gefahren für die öffentliche Gesundheit sowie für Maßnahmen der Bereitschaftsplanung. Innerhalb des Programms der WHO für gesundheitliche Notlagen stellen die IGV ein wesentliches Instrument für die Bewältigung von gesundheitlichen Notlagen wie Krankheitsausbrüchen, Katastrophen und Umweltkrisen dar.